Land will Engagement ausdehnen : Finanzhilfe für Wismarer Nordic-Werft

<strong>Gute Nachrichten</strong> für den Eigentümer von Nordic Yards, den Russen Witali Jussufow<foto>dpa</foto>
Gute Nachrichten für den Eigentümer von Nordic Yards, den Russen Witali Jussufowdpa

Zur Finanzierung neuer Aufträge will das Land sein Finanzengagement für die Wismarer Nordic-Werften deutlich ausweiten – bis zu 150 Millionen Euro. Heute soll der Finanzausschuss darüber entscheiden.

svz.de von
13. März 2013, 06:32 Uhr

Wismar | Massive Finanzhilfe für die Nordic Yards-Werften in Wismar und Warnemünde: Nach dem vierten Auftrag für den Bau einer millionenschweren Konverterplattform für Offshoreanlagen und weiteren Schiffbauaufträgen plant das Land das Kredit- und Bürgschaftsengagement für die Schiffbauer offenbar deutlich auszuweiten - wie es gestern hieß auf bis zu 150 Millionen Euro. Mit entsprechenden Plänen wird sich heute der Finanzausschuss des Landtages befasssen. Aufgrund der Erfahrungen mit den im vergangenen Jahr in die Insolvenz gerutschten P+S-Werften in Stralsund und Wolgast müsse ein weiteres Finanzengagement bei Nordic sorgfältig geprüft werden, sagte Ausschusschef Torsten Koplin (Linke) gestern. Es gehe darum, in Wismar und Warnemünde Arbeitsplätze zu sichern und den Standort zu stärken. Einzelheiten nannte er nicht.

Bislang greift das Land den in Nordic-Werften mit einem 16-Millionen-Euro-Kredit und einer 26-Millionen-Euro-Bürgschaft unter die Arme. Dem Vernehmen nach soll der Kreditrahmen für den Bau von zwei Wartungsschiffen für Offshore-Windkraftanlagen nun auf rund 30 Millionen Euro ausgedehnt werden. Darüber hinaus will das Land offenbar weitere Staatsgarantien in Höhe von 61 Millionen Euro für den Bau von zwei eisbrechende n Rettungs- und Bergungsschiffe für Russland und dem Bau einer vierten Konverterplattform gewähren. Allerdings stellt das Land Bedingungen: So soll Werfteigner Witali Jussufow dem Land u. a. zusätzliche Sicherheiten geben - 1,4 Millionen Euro. In der Vergangenheit hatte sich das Land bereits die Grundpfandrechte an den Betriebsgrundstücken in Wismar und Warnemünde gesichert - Wert knapp 29 Millionen Euro.

Ohne die Finanzhilfe drohen die Schiffbauer aus Wismar und Warnemünde in arge Finanzierungsnot zu gelangen: Nach dem Neustart 2009 und monatelanger Auftragsflaute in den Schiffbauhallen haben sich die Werften inzwischen Aufträge von knapp 900 Millionen Euro in die Bücher geholt - Arbeit bis 2017. Derzeit werden Verhandlungen über weitere Neubauaufträge geführt. Durch den Rückzug der Banken aus dem Schiffsfinanzierungsgeschäft Nordic und der nur geringen Anzahlungen der Auftraggeber reicht der Finanzierungsrahmen der Werft derzeit bei weitem nicht aus.


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