zur Navigation springen

Tourismus : Ferndiagnose für Aida-Passagiere

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Universitätsmedizin Rostock und Kreuzfahrtreederei starten Pilotprojekt : Befunde per Satellitenverbindung gestellt

svz.de von
erstellt am 06.Jul.2016 | 12:00 Uhr

Eine ältere Dame stürzt bei ihrem Urlaub auf der „Aidadiva“, der Fuß schwillt an. Da kann die Kreuzfahrt schnell zum Höllentrip werden. Auch wenn das Bordhospital sehr gut ausgestattet ist, die Vorstellung beim Radiologen kann die Untersuchung an Bord nicht ersetzen. Damit die Passagiere und Crew künftig noch besser medizinisch versorgt werden können hat die Reederei mit der Universitätsmedizin Rostock eine Kooperation vereinbart.

Im Schwerpunkt der Zusammenarbeit steht die Telemedizin. Über eine Satellitenverbindung können die von den Bordärzten gemachten Röntgenaufnahmen an die Uniklinik weitergeleitet werden. „Bei uns kann der Befund ausgewertet werden“, sagt Prof. Christian Schmidt, ärztlicher Vorstand der Uniklinik. In den meisten Fällen können somit Frakturen und Lungenerkrankungen erkannt werden, so Prof. Karlheinz Hauenstein, Direktor des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie am Klinikum. In einer Telefonkonferenz kann die weitere Behandlung mit den Bordärzten besprochen werden. „So kann abgeklärt werden, ob der Patient ausgeschifft und operiert werden muss oder er seine Reise fortführen kann“, so Hauenstein.

Das gemeinsame telemedizinische Programm dient dazu, das Vertrauen der Passagiere zu erhöhen. „Durch den direkten Kontakt zur Uniklinik fühlen sich die Patienten mit der Heimat verbunden“, begründet Dr. Jens Tülsner, medizinischer Vizepräsident von Aida Cruises. Erwartungsgemäß rund 120 Röntgenaufnahmen werden am Klinikum jährlich begutachtet. „Wir gehen von zwei bis drei Fällen pro Woche aus“, so Tülsner. Mit Beginn der Kreuzfahrtsaison werde auch die Unfallzahl steigen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen