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Auf dem Abstellgleis : Fernbusse bremsen Interconnex aus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach zwölf Jahren wird die Fernzug-Verbindung Leipzig-Berlin-Warnemünde eingestellt

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 20:00 Uhr

Das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern gerät für Bahnreisende zunehmend aufs Abstellgleis. Wie der private Betreiber Veolia Verkehr gestern ankündigte, wird der Fernzug Interconnex zwischen Leipzig, Berlin und Rostock-Warnemünde von Mitte Dezember an eingestellt.

Als Grund nannte das Unternehmen die Fernbus-Konkurrenz. „Wir können mit den parallel verkehrenden Fernbuslinien, die keine Straßenmaut bezahlen müssen und deren Preisen nicht konkurrieren“, erklärte Veolia-Verkehr-Chef Christian Schreyer. Eine Zugfahrt koste dagegen 1700 Euro an Gebühren für Strecken und Bahnhöfe.

Interconnex war vor zwölf Jahren gestartet. Den 21 Beschäftigten sollen Arbeitsplätze innerhalb des Unternehmens angeboten werden, hieß es.

Erst in der Vorwoche hatten SPD-Politiker aus dem Schweriner Landtag und dem Berliner Abgeordnetenhaus ein unzureichendes Zugangebot der Deutschen Bahn beklagt. Es sei Aufgabe und Pflicht des Bundes, zwischen der Hauptstadt und der Ostsee ein echtes Fernverkehrsangebot sicherzustellen, betonten sie in einer gemeinsamen Mitteilung.

Für 850 Millionen Euro war die Strecke Rostock-Berlin für Tempo 160 ausgebaut worden. Dennoch verkehren weiterhin fast nur Regionalzüge.

Nach einem Treffen am Montag forderten die SPD-Verkehrsexperten den Bund auf, seine „Bahn-Sparrunden zu Lasten der Länder“ zu beenden.

Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) reagierte enttäuscht auf die Veolia-Entscheidung, die er „so zur Kenntnis nehmen“ müsse. Er bedauere sehr, dass der Nordosten eine weitere Fernverkehrsverbindung verliere, erklärte der Minister. Denn Konkurrenz zum Fernverkehr der Deutschen Bahn sei wichtig. Daran knüpfe sich die Hoffnung auf ein verbessertes Angebot und „perspektivisch bessere Fahrpreise“.

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