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Hightech aus MV : Fernbedienung für das Leben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rostocker Technologiefirma PipesBox holt neue starke Geldgeber an Bord / Neue Technologie vernetzt

svz.de von
erstellt am 03.Dez.2015 | 11:45 Uhr

Hightech aus MV zieht Kapitalgeber an: Das Rostocker Start-up-Unternehmen PipesBox hat sich für den Einstieg mit der in der Hansestadt entwickelten neuen Technologie zur intelligenten Vernetzung verschiedenster Geräte im Haushalt in den sogenannten Smart Home-Markt starke Geldgeber an Bord geholt. Wie das Unternehmen mitteilte, habe sich gemeinsam mit dem mit Landesmitteln ausgestatteten Technologiefonds MV auch die Mobile Ventures GmbH, die Beteiligungsgesellschaft eines großen Mobilfunkanbieters, an dem Technologieunternehmen der beiden Gründer Jan Krog und Elmar Zeeb beteiligt. Krog: „Wir freuen uns nicht nur über das frische Kapital sondern auch über die strategische Partnerschaft mit unseren Investoren, die unser Unternehmen spürbar voranbringen wird.“

Die neue Partnerschaft soll vor allem das Geschäft mit der in Rostock entwickelten PipesBox ankurbeln, einer Smart Home-Plattform, mit der Nutzer eine Vielzahl von intelligenten Geräten im Haushalt und Internetdienste auf einfache Weise miteinander vernetzen und per App vom Smartphone oder Tablet steuern können. Das Heizungsthermostat schließt sich, wenn das Fenster geöffnet wird, ein Alarmsignal wird auf das Smartphone gesendet, wenn Einbrecher versuchen Fenster oder Türen zu öffnen, die Heizung im Wohnzimmer fährt hoch, wenn die Familie eher als erwartet nach Hause kommt: Die Rostocker PipesBox soll kaum Wünsche der Nutzer offenlassen. Jeder Anwender kann mit der Software nach seinen Bedürfnissen eigene Anwendungsszenarien auch ohne Programmierkenntnisse erstellen, teilte das Unternehmen mit. Auf der Smart Home-Plattform könnten aber auch fertige Anwendungsszenarien heruntergeladen werden. Damit werde das Leben in den eigenen vier Wänden sicherer, komfortabler und sparsamer, erwarten die Entwickler.

Die Entwicklung lässt Kapitalgeber aufhorchen: „Wir standen mit den Gründern schon eine ganze Zeit in Kontakt. Neben der Technologie hat uns vor allem das hohe Engagement der beiden Gründer überzeugt“, erklärte Uwe Bräuer, Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft Genius Venture Capital, die im Auftrag des Wirtschaftsministeriums den Technologiefonds verwaltet: „Insofern freuen wir uns sehr darüber gemeinsam mit Mobile Ventures und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft das Team jetzt aktiv in ihrer Entwicklung unterstützen zu können.“ Mit dem mit insgesamt 5,5 Millionen Euro ausgestatteten Technologie-Fonds unterstützt das Land Firmen bei der Produktentwicklung und Markteinführung durch die Bereitstellung von Risikokapital.

Herzstück der Rostocker Technologie ist eine Steuerungszentrale namens naon, die unterschiedliche Geräte wie Bewegungssensoren, Kameras oder Lautsprecher mit Internetdiensten wie Facebook oder dropbox verbinden kann. Bislang konnten Geräte unterschiedlicher Hersteller nur über getrennte Kanäle gesteuert und nicht miteinander verknüpft werden. Damit sei der Einsatz stark eingeschränkt gewesen. Mit der neuen Technologie werde das eigene Smartphone zur Fernbedienung für das Leben und zum Control-Tool für das vernetzte Zuhause, werben die Rostocker. 2016 solle mit Verkauf der Steuerungszentrale naon begonnen werden.

Das Geschäft könnte lohnen: Analysten sagen dem Bereich hohe Wachstumsraten voraus. Verschiedenen Studien zufolge werde der sogenannte Smart Home-Markt in Europa in den kommenden Jahren zweistellig wachsen und sich zu einem Milliardenmarkt entwickeln. Die Unternehmensberatung Deloitte geht davon aus, dass 2017 bereits 4,1 Milliarden Euro allein in Deutschland umgesetzt werden. Künftig würden Smart Home-Lösungen nicht mehr nur auf den Luxus- und Premiumbereich beschränkt sein, sondern sich zu einem Volumenmarkt entwickeln, erwarten die Analysten.
 

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