Wirtschaft : EU-Fischereireform zwingt zur Modernisierung

Der neue Fischerei-Trawler ROS 777 „Mark“. Der Trawler der Warnemünder Hochseefischerei ist der erste Schiffsneubau der deutschen Hochseefischerei seit 1996.
Der neue Fischerei-Trawler ROS 777 „Mark“. Der Trawler der Warnemünder Hochseefischerei ist der erste Schiffsneubau der deutschen Hochseefischerei seit 1996.

Fischer müssen unerwünschte Fänge seit diesem Jahr mit an Land bringen.

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23. August 2015, 21:00 Uhr

Die EU-Fischereireform hat die Betriebskosten der deutschen Hochseefischer in die Höhe getrieben. „Wir haben einen wirtschaftlichen Mehraufwand, um die gleiche Quote abzufischen“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes, Uwe Richter. Dazu habe insbesondere das Rückwurfverbot für unerwünschte Fänge beigetragen. Seit Jahresanfang müssen alle Fische, die in die Netze gehen, an Land gebracht werden, auch wenn sie zu klein sind. Die Fänge werden auf die zugelassenen Fangquoten der Länder angerechnet. Der Verband der Kutter- und Küstenfischer beklagt den Mehraufwand und bezweifelt den Sinn des Rückwurfverbotes. In den Beifängen seien auch überlebensfähige Fische, sagte der Vorsitzende Norbert Kahlfuss.

Ziel der EU-Regelung ist es, die strapazierten Fischbestände in den Meeren besser zu schützen. Zurückgeworfene Fische waren oft tot oder verletzt. Das Thema wird Richter zufolge auch den Deutschen Fischereitag von Dienstag bis Donnerstag in Rostock beschäftigen. Die konkreten wirtschaftlichen Auswirkungen des Rückwurfverbotes würden aber international erst am Jahresende ermittelt und ausgewertet.

Zugleich zwingt die Reform zur Modernisierung der Hochseefischereiflotte, wie Richter sagte. Um unerwünschte Fänge zu vermeiden und die Nachhaltigkeitsforderungen zu erfüllen, werde stark an der Entwicklung neuer Fangtechnik gearbeitet. „Wir haben vor etwa zwei Jahren begonnen, die Fischereifahrzeuge umfassend zu modernisieren und den Erfordernissen der neuen EU-Fischereipolitik anzupassen.“ Gebraucht würden selektive Netze für die Fischarten, aber auch eine Ortungstechnik, mit der sich die Größe und Zusammensetzung der Fischschwärme feststellen lasse.

Zudem spiele die technische Modernisierung der Fahrzeuge eine Rolle. Der Energie- und Treibstoffverbrauch müsse sinken.

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