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TTIP und die Folgen : EU besteht auf Herkunftsschutz

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

EU-Agrarkommissar Phil Hogan besteht auf einen Herkunftsschutz. Rasmus Buchsteiner sprach mit ihm.

svz.de von
erstellt am 17.Jan.2015 | 16:12 Uhr

Im Zuge des Freihandelsabkommen mit den USA könne nicht mehr jede Wurst- und Käsesorte geschützt werden, meint Bundesagrarminister Schmidt (CSU). EU-Agrarkommissar Phil Hogan hingegen besteht auf einen Herkunftsschutz. Rasmus Buchsteiner sprach mit ihm.

Was wird aus dem Schutz für regionale Spezialitäten wie Schwarzwälder Schinken?
Hogan: Wir werden weiter auf einen ausreichenden Schutz regionaler Spezialitäten bestehen. Um unsere EU-Regeln geht es bei den Verhandlungen überhaupt nicht! Der Schwarzwälder Schinken bleibt geschützt. Wir werden nicht zulassen, dass solche Produkte in den USA nachgemacht und nach Europa eingeführt werden können. Beim Freihandelsabkommen mit Kanada ist es uns gelungen, erstmals viele der in der EU geschützten regionalen Produkte auch auf dem kanadischen Markt zu schützen. Das gleiche Ziel verfolgen wir mit anderen Ländern.
Könnte das Abkommen zum Einfallstor für Gen-Lebensmittel werden?
Nein. Wir haben sehr klare Regeln für gentechnisch veränderte Lebensmittel: Der Import nach Europa ist schon jetzt unter strengen Bedingungen möglich. Aber es muss eine Kennzeichnung geben, damit jeder weiß, was er da auf dem Teller hat. Für den Anbau in Europa sind derzeit nur 50 gentechnisch veränderte Pflanzen zugelassen. Unsere strengen Regeln für diesen Bereich stehen bei den TTIP-Verhandlungen nicht zur Disposition.

Die Deutschen sind gegenüber TTIP sehr kritisch. Nachvollziehbar oder irrational?
Die Bedenken kommen nicht von ungefähr. Viel zu lange haben falsche Informationen, Vorurteile und Gerüchte die Debatte über TTIP bestimmt. Wir haben jetzt das Verhandlungsmandat und weitere Unterlagen zu den Gesprächen mit den Amerikanern veröffentlicht. Für mich als Agrarkommissar ist klar: TTIP darf nicht dazu führen, dass unsere hohen Standards bei Lebensmitteln unterlaufen werden

können.

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