Landwirtschaft : Erträge im Ackerbau künftig unsicherer?

Da nützt auch kein Schirm – Ackerbau bleibt ein Gewerbe unter freiem Himmel.
Da nützt auch kein Schirm – Ackerbau bleibt ein Gewerbe unter freiem Himmel.

Wissenschaftler macht auf Folgen des Klimawandels aufmerksam

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12. Januar 2016, 21:00 Uhr

Mit dem Klimawandel wird nach Ansicht des Kieler Agrarwissenschaftlers Friedhelm Taube die Ertragssicherheit im Ackerbau in Deutschland abnehmen. Die günstigen Bedingungen für Brotweizen in Norddeutschland wie ausreichend Wasser und niedrige Temperaturen im Frühjahr würden häufiger unterbrochen werden, sagte Taube auf einer Agrarpolitischen Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Güstrow, die gestern zu Ende ging. Bei hohen Temperaturen zur Blütezeit des Weizens sinke der Ertrag. Klimaanpassungsstrategien in der Züchtung bei Weizen oder Raps würden ebenfalls zu Lasten der Erträge gehen. Ein Zuchtfortschritt ist nach Ansicht des Professors an der Christian-Albrechts-Universität Kiel nur noch bei Zuckerrüben zu erwarten.

Die Ernährung in Deutschland sei dennoch gesichert, meinte er. Deutschland versorge sich bei Getreide zu 100 bis 110 Prozent selbst, bei Kartoffeln zu 140 und bei Zucker zu 120 Prozent. Bei Fleisch seien es trotz einer Verringerung der Rindfleischproduktion 110 bis 120 Prozent. Bei Eiern werde der Bedarf zu 70 bis 75 Prozent gedeckt, bei Ölsaaten zu 55 Prozent.

Im Ackerbau sei das Problem die Überversorgung mit Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor, die in den Gewässern landen und über die Flüsse in Nord- und Ostsee getragen werden. Alle Ziele, den Nitratgehalt im Wasser und die Emissionen von Ammoniak und Treibhausgasen in die Luft zu reduzieren oder zu begrenzen, seien in Deutschland bislang verfehlt worden.

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