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Erster Whisky von Rügen

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erstellt am 10.Sep.2010 | 07:46 Uhr

Alt Reddevitz | Nach einer traditionellen Lagerfrist von genau drei Jahren und einem Tag ist gestern in Rügens Hofbrennerei mit dem Abfüllen des ersten Whiskys aus Mecklenburg-Vorpommern begonnen worden. Von den in Holzfässern aus amerikanischer Weißeiche gereiften Tropfen würden jetzt täglich 200 Flaschen gezogen, sagt Brennerei-Inhaber Thomas Kliesow. Jahrgang 1 des "Pommerschen Greif" falle angenehm mild aus mit einer ausgewogenen Holznote und einem ganz leichten Vanillegeschmack.

Im Sommer 2007 hatte das vor vier Jahren gegründete Familienunternehmen auf Rügens Halbinsel Mönchgut als 15. Brennerei in Deutschland mit der Herstellung eines eigenen Whiskys begonnen. Über die genaue Rezeptur hüllt sich der Brennmeister in Schweigen.

Zur Anwendung des Blended Whiskys sollen mehrere Sorten Gerstenmalz und besonders weiches, kristallklares Wasser aus dem hauseigenen Tiefbrunnen gekommen sein. Der Ansatz ging über eine fünffache Destillationskolonne, wurde anschließend in verschiedenen, extra aus Missouri (USA) importierten 225 Liter fassenden Holzfässern im Keller der Brennerei gelagert. In Sherry- und Bourbonfässern erhielt der Whisky schließlich seine endgültige Reife.

Schon im Vorfeld hatten sich Kunden Kostproben der limitierten Auflage gesichert. Ab Oktober sollen die ersten 0,7-Liter-Flaschen mit den handnummerierten Etiketten ausgeliefert werden. "Mit dem Pommerschen Greif erweitern wir aber auch unser Sortiment im Hofladen und unser Internetangebot", sagt Kliesow, in dessen Keller bereits die nächsten Whisky-Jahrgänge reifen.

Im Jahre 2001 hatte Kliesow die ehemalige Strandburg übernommen, die sein Ur-Urgroßvater Johann vor 100 Jahren als Sommerhotel an der Having betrieben hatte. Ursprüngliche Pläne, dort eine Brauerei zu etablierten, verwarf er während eines Besuchs der Nürnberger Braumesse. "Dort verliebte ich mich in eine Brennerei, es war eine regelrechte Schnapsidee", sagt er.

Insgesamt 1,3 Millionen Euro, inklusive 300 000 Euro Fördermittel, investierte die Familie in Technik für die Obstverwertung und Destillation. Im Jahre 2006 wurden in Rügens Destillerie die ersten Obstbrände hergestellt. Inzwischen gehören Dutzende edle Liköre und Schnäpse zum Sortiment des zur Brennerei gehörenden Hofladens. Jährlich werden in der Strandburg etwa 33 000 Liter Maische aus Obst und Getreide verarbeitet. Etwa 30 Prozent der Produktion liefert das fünf Mitarbeiter zählende Familienunternehmen an Rügens Spitzenhotels und Gaststätten. Weitere zehn Prozent werden über das Internet vertrieben.

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