Landwirtschaft MV : Erntestart im Gerstenfeld

Hochzeit auf dem Acker: 564000 Hektar Getreide müssen in MV in den kommenden Wochen geerntet werden.
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Hochzeit auf dem Acker: 564000 Hektar Getreide müssen in MV in den kommenden Wochen geerntet werden.

Bauern in MV rechnen mit durchschnittlichen Erträgen. Doch es gibt auch erste Schäden auf leichten Standorten

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07. Juli 2015, 21:00 Uhr

Betrieb an der Dreschtrommel: Mustin, Greven, Brahlstorf, Picher im Landkreis Ludwigslust-Parchim – die Bauern in MV haben mit der diesjährigen Getreideernte begonnen. Auf leichten Standorten werde seit Wochenbeginn oder teilweise schon seit dem Wochenende Wintergerste vom Feld geholt, teilte der Bauernverband mit. Zum Ende der Woche sei auch auf anderen Gerstenstandorten mit dem Erntestart zu rechnen, sagte Frank Schiffner, Ackerbauexperte des Landesbauernverbandes gestern in Neubrandenburg. In einigen Regionen sei auch Roggen als Ganzpflanzensilage für Biogasanlagen gemäht worden. In den kommenden Wochen müssen die Bauern von 564 000 Hektar Getreide einfahren – 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Landwirte dämpfen bereits die Erwartungen: Das werde eine durchschnittliche Ernte, prognostizierte Schiffner. In den Wochen im Mai und Juni hätten die Niederschläge gefehlt. Zudem habe die kalte Witterung im Mai und Juni das Wachstum von Kartoffeln und Mais begrenzt. Größere Einbußen erwarten die Bauern indes auf den Rapsfeldern. Nach dem Verbot von gebeiztem, also mit Insektiziden gegen Schädlinge behandeltem Saatgut, hätten die Kohlfliege und der Rapserdfloh zu Schäden an den Pflanzen geführt. So seien beispielsweise Wurzeln beschädigt worden, so dass den Rapspflanzen jetzt die Wasseraufnahme erschwert werde. Auf mehreren hundert Hektar seien die Schäden so groß gewesen, dass die Rapsbestände umgebrochen werden mussten. Raps gehört für die Bauern in MV zu den wichtigsten Fruchtarten. Die Ölpflanze wächst in diesem Jahr auf mehr als 235000 Hektar – mehr als ein Fünftel der Ackerfläche im Land.

Indes fürchten Landwirte, die auf leichten Böden wirtschaften, um ihre Ernte. Knappe Niederschläge in den vergangenen Monaten, Hitze in den letzten Tagen: Das Getreide werde notreif, heißt es beim Bauernverband Ludwigslust. Verbandschef Harald Elgeti hat bereits Hitzeschäden ausgemacht: Das werde eine schlechte Ernte, sagte er gestern. Auch werde die Futterversorgung schwieriger. Das Grünland sei auf leichten Standorten bereits vertrocknet.

Im vergangenen Jahr hatten die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern eine Rekordernte eingefahren – 4,7 Millionen Tonnen Getreide, 2,7 Prozent mehr al im Rekordjahr 2001. Der Ertrag lag um 6,4 Prozent über dem bisherigen Spitzenwert von 78,7 Dezitonnen pro Hektar, der erst 2014 eingefahren werden konnte.

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