Steuerverschwendung : Erfolglose Würmer für 19500 Euro

<p>Teure Wurmkur für einen  Rasen: Der Versuch, einen nassen Sportplatz auf Rügen mit Hilfe von Regenwürmern zu trocknen, kommt  teuer zu stehen. Die Tiere müssen jetzt wieder aus dem Boden. Kosten: 19 500 Euro.</p>
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Teure Wurmkur für einen  Rasen: Der Versuch, einen nassen Sportplatz auf Rügen mit Hilfe von Regenwürmern zu trocknen, kommt  teuer zu stehen. Die Tiere müssen jetzt wieder aus dem Boden. Kosten: 19 500 Euro.

Steuerzahlerbund prangert sieben Fälle von Verschwendung in MV an

svz.de von
30. September 2015, 21:00 Uhr

Der Bund der Steuerzahler hat in seinem jüngsten Schwarzbuch sieben Fälle von Verschwendung oder drohender Verschwendung öffentlicher Gelder in Mecklenburg-Vorpommern angeprangert. In zwei Fällen könne die Verschwendung noch verhindert werden, erklärte die Landesvorsitzende Sophie Mennane-Schulze gestern in Schwerin. Das Schwarzbuch mit Beispielen aus ganz Deutschland wurde gestern in Berlin vorgestellt. Die Verschwendungsvorwürfe aus MV im Einzelnen:

Der Toilettencontainer: Kritisiert wird das fünf Jahre währende Hin und Her von Behörden bei der Umsetzung eines Toilettencontainers aus einem Plattenbaugebiet in Rostock an den Strand von Warnemünde. Aufgrund mangelnder Absprachen zwischen Behörden seien die Kosten von geplanten 45 000 Euro auf letztlich 77 000 Euro gestiegen. So musste das bereits gegossene Fundament wieder abgerissen und an anderer Stelle neu hergestellt werden, weil es im Küstenschutzbereich stand.

Die Kreuzung: In Anklam wurde 2013 eine Kreuzung für 41 000 Euro umgebaut, um an gleicher Stelle jetzt einen Kreisverkehr zu planen. Mit rechtzeitigem Nachdenken hätte das Geld gespart werden können.

Das Adressbuch: Weil Waren an der Müritz einem Verlag Adressen geliefert hatte, die nicht veröffentlicht werden durften, musste das Adressbuch wieder eingezogen werden. Die Kosten für den korrigierten Nachdruck in Höhe von rund 40 000 Euro musste die Stadt tragen. Zwar sei dafür die Haftpflichtversicherung eingesprungen, es bleibe aber ein Selbstbehalt von 5000 Euro für die Kommune.

Die Regenwürmer: Der Versuch, einen nassen Sportplatz in Bergen mit Hilfe von 200 000 Regenwürmern zu sanieren, stand bereits im Schwarzbuch 2010. Die für 7000 Euro eingekauften Tiere sollten den Boden auflockern. Jetzt müssen die Würmer wieder raus, weil der Erfolg ausblieb. Kosten laut Steuerzahlerbund: 19 500 Euro.

Der Kalender: Das Integrationsamt beim Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock gibt einen jährlichen Foto-Wandkalender heraus, der ungefragt und kostenlos an Betriebe verteilt wird. Die Kosten für die 5100 Exemplare beliefen sich 2015 auf 10 500 Euro, heißt es. Finanziert werde das aus Mitteln der Schwerbehindertenabgabe, die eigentlich für die Schaffung behindertengerechter Arbeitsplätze gedacht sei.

Das Schiff: In Stralsund warnt der Steuerzahlerbund davor, Pläne zum Kauf des Großseglers „Gorch Fock I“ weiterzuverfolgen. Der Investitionsaufwand würde sich demnach auf mindestens 4,5 Millionen Euro belaufen. Hinzu komme ein jährlicher Zuschussbedarf von bis zu 100 000 Euro. Auch ohne schwimmendes Denkmal sei Stralsund eine Touristenattraktion, meint die Interessenvertretung der deutschen Steuerzahler.

Die Überdachung: Die vom Mecklenburgischen Staatstheater veranstalteten Schlossfestspiele Schwerin wünschen sich eine Überdachung für die Zuschauertribüne. Kostenpunkt laut dem Steuerzahlerbund:  3 Millionen Euro. Sein Fazit: „Viel Geld für jährlich 23 Aufführungen mit zusammen rund 40 000 Gästen.“ Gebraucht werde die Überdachung vermutlich nur einen Monat im Jahr.

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