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Windräder auf Binnengewässern : Energie vom Faulen See?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Grundstein für das erste InShore-Windrad ist gelegt / Angela Merkel beteiligt sich mit Windbeuteln

von
erstellt am 01.Apr.2014 | 19:30 Uhr

Windräder auf Binnengewässern – ist das in Mecklenburg-Vorpommern schon bald Realität? Bereits gestern wurde der Grundstein für das erste 80 Meter hohe Windrad auf dem Faulen See in Schwerin gelegt. Der kroatische Investor Nikola Vukevic war dafür extra in die Landeshauptstadt gereist. Ebenfalls dabei war Michael Müller, Abteilungsleiter im Umweltministerium.

Der Investor genoss den Moment sichtlich, bedeutet es doch für sein Unternehmen Umsätze in Milliardenhöhe. „Bigger is always better – Größer ist immer besser“, propagierte Nikola Vukevic den Leitfaden seines Unternehmens.

Genauso haben wir es auch mit unserem gestrigen Aprilscherz gehalten: Es gibt nichts, was heutzutage nicht denkbar wäre, dachten wir uns – und haben gemeinsam mit dem NDR und der Ostsee-Zeitung Nikola Vukevic, alias NDR-Mitarbeiter Matthias Heil, und sein Unternehmen Inshore Croatia samt Internetauftritt aus der Taufe gehoben. Viele Leser meldeten sich via Facebook und www.svz.de, so wie Dr. Klaus-Ulrich Keubke, der gleich einen Namen für die Windparks parat hatte: „Es gibt einen Franz-Josef-Strauß-Flughafen in München – hier bietet sich an ,Erwin-Sellering-Windparks’“.

Und auch das Lesertelefon lief gestern bei uns heiß. „Im ersten Moment war ich richtig wütend“, sagte Ingrid Geese aus Pinnow bei Schwerin. Als ihr dann aber das Datum einfiel, habe sie sehr über die Meldung gelacht. Auch Beate Broda aus Leezen fand unseren Scherz gelungen. „Schwarzer Humor macht manchmal auch nachdenklich“, sagte sie.

Um den feierlichen Moment möglichst symbolträchtig zu gestalten, verteilte Regierungsmitarbeiter Müller alias NDR-Moderator Ole Sönnichsen Windbeutel – von der Kanzlerin persönlich eingekauft. „Angela Merkel ist dafür extra eine Dreiviertelstunde früher aufgestanden“, so Müller. Der offizielle Anstoß des Mammutprojektes zog auch interessierte Anwohner an. Dass es sich bei der ganzen Sache aber letztlich doch um einen Aprilscherz handelte, hatte Waldemar Leide sehr schnell durchschaut. Der 66-Jährige arbeitet in der Schleifmühle, die sich direkt am Ufer des Faulen Sees befindet. Für die vor Ort geführten Interviews mimte er dennoch gern den erzürnten Anwohner. „Wir werden dagegen angehen“, beschwerte er sich überzeugend. Auch für Peter Clemens war schnell klar, dass die Inshore-Anlagen nur ein reines Fantasieprodukt sein konnten. Da er sich den Spaß dennoch nicht entgehen lassen wollte, ist er extra zur fingierten Grundsteinlegung an den See gekommen.

Dabei nahm er nicht etwa die Rolle des Wutbürgers ein, sondern äußerte sich bewusst positiv über das Projekt: „Ich finde, 80 Meter sind zu wenig. Man sollte schon die vollen 200 Meter anstreben“, scherzte er.

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