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Wirtschaft : Eine Million Euro für Kampf gegen gefährliche Raupen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mecklenburg-Vorpommern lässt sich Sprühaktionen gegen den Eichenprozessionsspinner einiges kosten – mit Erfolg

svz.de von
erstellt am 04.Jun.2014 | 07:30 Uhr

In der trockenen Jahreszeit setzt er sich zu Tausenden an Eichen fest – vorzugsweise an Alleebäumen, aber auch an einzelnen Pflanzen in Wohngebieten, Parks und auf Spielplätzen: der Eichenprozessionsspinner.

Die Haare dieser Schmetterlingsart im Raupenstadium sind giftig. Um die Bevölkerung vor gesundheitlichen Schäden wie Allergien, Bronchitis oder Asthma zu schützen, greift MV auf chemische Mittel im Kampf gegen den Spinner zurück. Eine teure Angelegenheit. Mehr als eine Million Euro (1 066 300 Euro) hat das Land von 2010 bis 2013 für Sprühaktionen ausgegeben. Das geht aus der Antwort auf eine kleine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Silke Gajek hervor.

Die Bekämpfung aus der Luft, bei der auch im Mai dieses Jahres mithilfe eines Hubschraubers ein Biozid auf betroffene Flächen gesprüht wurde, kostet dem Sozialministerium zufolge im Schnitt 7,50 Euro je Baum, 360 Euro pro Hektar. Damit sei es die günstigste Variante unter den Bekämpfungsmitteln. Das mechanische Absaugen des Schädlings sei weitaus kostspieliger: Je nach Anzahl der befallenen Bäume an einem Standort fallen zwischen 50 und 400 Euro je Baum an. Ebenso teuer sei der Einsatz chemischer Mittel am Boden. Finanziert werden müssen die jeweiligen Maßnahmen von den Eigentümern der Flächen. Für das Land übernehmen die Kosten das Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales (40 Prozent), das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung sowie das Finanzministerium (jeweils 20 Prozent). Für alle anderen Bäume sind die entsprechenden Landkreise, Gemeinden sowie Privateigentümer zuständig.

Die intensive Bekämpfung aus der Luft zeige Wirkung. Insbesondere die massiven Sprühaktionen im vergangenen Jahr haben einen Großteil der Spinner beseitigt. Damals seien für mehr als 800 000 Euro Raupen auf knapp 2400 Hektar Land bekämpft worden. In diesem Jahr seien es rund 1000 Hektar weniger.

Der erneute Einsatz von Bioziden sei nötig, da es in Teilen Südmecklenburgs zu einer Neuansiedlung des Schädlings gekommen sei. Vermutlich seien die Tiere aus Regionen zugeflogen, in denen 2013 nichts gegen den Eichenprozessionsspinner unternommen worden war, heißt es seitens der Landesregierung.

In MV zum Einsatz kommt das Biozid Foray-ES. Besprüht werden ausschließlich Alleen bzw. Flächen außerhalb von Ortschaften. Das Mittel ist nicht unumstritten. Anwohner befürchten eine schädliche Wirkung auf ihre Gesundheit. Die Landesregierung beschwichtigt: Eingesetzt werden ausnahmslos zugelassene Biozide, die vom Bundesumweltamt als ungefährlich eingestuft wurden und deren Anwendung aus der Luft rechtlich abgesichert ist.

 

 

 

 

 

 

 

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