zur Navigation springen

Grüne Woche Berlin : Ein paar Cent mehr für glückliche Rinder

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tierwohl ist Thema auf der Grünen Woche. Neue Initiative als Anreiz für Landwirte

svz.de von
erstellt am 16.Jan.2014 | 23:04 Uhr

Das Wohlbefinden von Schweinen und Geflügel ist ein Thema auf der Internationalen Grünen Woche, die gestern in Berlin eröffnet wurde. Wie Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) zu Beginn der weltgrößten Verbrauchermesse sagte, werde sie Gelegenheit zur Diskussion über die Zukunft der Land- und Ernährungswirtschaft bieten. So sei darüber zu sprechen, wie höhere Tierschutz- und Umweltstandards finanziert werden können. „Der Lebensmitteleinzelhandel trägt hier eine große Verantwortung, der er mehr gerecht werden muss“, sagte Backhaus.

Aber auch jeder Bürger habe Verantwortung. Pro Jahr werfe jeder rund 82 Kilogramm Lebensmittel in den Abfall. Die Menschen hätten es selbst in der Hand, wie viel Fleisch sie täglich zu sich nehmen und unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert werden, sagte Backhaus.

Auf der Grünen Woche soll eine neue Initiative für mehr Tierwohl vorgestellt werden, wie der Hauptgeschäftsführer des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Martin Piehl, ankündigte. Die bisherigen Tierwohl- und Tierschutz-Labels hätten sich nicht bewährt. Die meisten Kunden griffen an der Ladentheke zum billigeren Fleisch.

Der neuen Initiative von Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmittelhandel zufolge soll Fleisch 2014 generell etwas teurer werden. Schweine-, Hähnchen- und Putenmäster, die über das gesetzliche Maß hinaus etwas für das Tierwohl tun, sollen vom Handel mehr Geld erhalten. Die anderen Betriebe könnten von den höheren Einzelhandelspreisen nicht profitieren. Damit soll ein Anreiz für Tierhalter gesetzt werden, mehr für einen besseren Tierschutz zu tun.

Der Handel will Piehl zufolge in einem ersten Schritt 20 Millionen Euro für die Aktion bereitstellen. Er wertete die Tierwohl-Initiative als Versuch, den Tierschutz in die Breite zu führen. „Tierschutz ist nicht teilbar“, sagte er. Für die Landwirte sieht er aber durchaus Risiken. Sie müssten ihre Ställe umbauen. Wenn die Aktion aber nicht laufe und der Handel sie nach einem Jahr abbreche, würden sie auf Investitionen sitzenbleiben, die ihnen nichts einbringen. Mehr Tierwohl soll unter anderem durch mehr Platz und Licht für die Tiere, Stroh und Spielzeuge für Schweine und einen Verzicht auf das Schwänzekupieren und Schnäbelkürzen erreicht werden.

Aus Mecklenburg-Vorpommern präsentieren sich bis zum 26. Januar mehr als 80 Aussteller auf der Grünen Woche, darunter Rinder- und Schafzüchter mit ihren Tieren sowie Technikproduzenten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen