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Spritpreise auf Talfahrt : Dieselpreis fällt unter einen Euro

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auch Heizöl im Nordosten so billig wie seit drei Jahren nicht mehr

svz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 19:14 Uhr

Preisrutsch an der Zapfsäule: Im Nordosten ist der Preis für einen Liter Diesel derzeit erstmals seit langem wieder unter die Ein-Euro-Marke gefallen. In Schwerin, Plate, Lützow, Gadebusch – an mehreren Stationen sanken sanken die Dieselpreise bereits auf 0,99 Euro. Zuletzt war Diesel zu Jahresbeginn vereinzelt für weniger als einen Euro zu haben. Auch die Kraftstoffpreise sinken – 1,20 Euro Euro für einen Liter. Im Schnitt ermittelte das Vergleichsportal tanke-guenstig.de in Deutschland einen durchschnittlichen Dieselpreis von 1,121 Euro je Liter und für Super von 1,337 Euro je Liter. E10-Super-Benzin war im Schnitt für 1,319 Euro je Liter zu haben – 2012 waren es noch mehr als 1,60 Euro. „Tendenziell fallen die Preise“, meint Rainer Wieck vom Energieinformationsdienst (EID) in Hamburg: „Ein verbraucherfreundlicher Ölmarkt derzeit.“

Die Preissenkungen seien bereits seit zwei Jahren zu beobachten. Da seien Dieselpreise unter einem Euro keine Überraschung, meinte Wieck. Derzeit gebe es auf dem Markt „extrem viel Öl“. Viele Experten gingen davon aus, dass die Spritpreise auch in der nächsten Zeit „im Grundsatz billig“ blieben. Pendler und Spediteure freut es: Die geringeren Dieselpreise würden viele Speditionen bei Preissteigerungen in anderen Bereichen entlasten, erklärte Norbert Voigt, Chef des Verbandes des Verkehrsgewerbes.

Fallende Spritpreise, trotzdem lohnt ein Preisvergleich: An den Zapfsäulen seien täglich große Preissprünge zu beobachten, erklärte Marktexperte Wieck – zwischen 10 und bis zu 20 Cent. Inzwischen liege der beste Zeitpunkt zum Tanken zwischen 18 und 20 Uhr, ermittelte das Vergleichsportal tanke-guenstig.de. An den Stationen sei während des gesamten Tages ein kontinuierlicher Preisrückgang festzustellen. Um 19 Uhr herum würden vielerorts die Tiefpreisstände erreicht.

Entspannung auch im Heizöllager: Die Preise seien auf den tiefsten Stand seit mindestens drei Jahren gefallen, analysierte Rolf Kopsiker, Brennstoffhändler aus Schwerin. Gestern waren 100 Liter Heizöl im Nordosten für weniger als 50 Euro zu haben. Das Überangebot an Öl auf dem Markt nach dem Fracking-Boom habe die Rohölpreise immer weiter sinken lassen und Heizöl in den vergangenen Monaten immer billiger gemacht. Unmittelbar vor der gestern begonnenen Konferenz der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) in Wien kostete ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent nur noch ungefähr 43 Dollar – das entsprach dem Preisniveau von 2009. Damit nähern sich die Ölpreise den Tiefständen zur Zeit der Wirtschaftskrise 2008 und 2009. Der Effekt für die Verbraucher wäre noch ausgeprägter, wenn nicht der Dollar gegenüber dem Euro immer stärker würde. Im vergangenen Jahr hatten die Preise noch teils deutlich über 100 US-Dollar gelegen. Indes zeigen die Opec-Länder zu Beginn ihrer Marktsitzung trotz des Überangebots an Öl wenig Bereitschaft, die Förderung innerhalb des Kartells einzuschränken. Sie verschoben gestern eine Entscheidung über eine Drosselung der Erdölförderung auf kommendes Jahr.

 

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