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„Die Unternehmen stellen wieder ein“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Arbeitslosigkeit in MV geht zurück / Verstärkte Einstellungschancen für Ältere

svz.de von
erstellt am 30.Apr.2014 | 11:38 Uhr

Der Konjunkturoptimismus erreicht den Arbeitsmarkt in MV: Nach dem Saisonstart und die Zuversicht in der Wirtschaft haben die Zahl der Arbeitslosen im Nordosten zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahrzehnten in einem April unter die 100 000 gedrückt – 96 600 Menschen waren auf Jobsuche, 7200 weniger als ein Jahr zuvor. „Die Unternehmen stellen wieder ein“, meinte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Landesarbeitsagentur am Mittwoch. „Der Arbeitsmarkt spürt starken Rückenwind.“ Die Arbeitslosenquote sank im April auf 11,4 Prozent, nach 12,2 Prozent ein Jahr zuvor.

Die Mehrheit der Unternehmen in MV hatte zu Jahresbeginn gute bis befriedigende Geschäfte gemeldet. Mit Ausnahme des Baugewerbes zeigte sich die Wirtschaft für 2014 zuversichtlich, ging aus der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern hervor. Das schafft Arbeit: Nach zurückhaltenden Personalplänen in den vergangenen Monaten drehe sich die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen ins Positive, meldeten die Kammern. Das Gastgewerbe, die Sozial- und Gesundheitsbranche, das verarbeitende Gewerbe aber auch der Bau suchten Mitarbeiter, teilte die Arbeitsagentur mit. 15 000 neue Jobs wurden seit Jahresbeginn gemeldet – 1000 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Das haben sowohl unter 25-jährige aber auch ältere Arbeitslose über 50 im April zu spüren bekommen – in beiden Altersgruppen sank die Zahl der Arbeitslosen. Vor allem für Ältere hätten sich die Einstellungschancen verstärkt, meinte Haupt-Koopmann: Eine Trendwende sei aber noch nicht erreicht. „Diese Altersgruppe hat es am Arbeitsmarkt noch immer am schwersten. Gut jeder dritte Arbeitslose gehört ihr an.“ Personalchefs hätten nach wie vor „Vorbehalte“, ältere Arbeitslose einzustellen. Neue Jobs für Ältere – da gebe es „durchaus noch Luft nach oben“, erklärte Arbeitsministerin Birgit Hesse (SPD): „Ältere Beschäftigte bringen Erfahrungen und Kenntnisse ein. Das ist ein Potenzial, das noch mehr Unternehmen nutzen können.“ Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) wertete die Entwicklung als ein „gutes Zeichen für ein wirtschaftlich positives Jahr“. Allerdings müsse es gelingen, den Arbeitsmarkt saisonunabhängiger zu machen.

Kritik hingegen von der Opposition: „Die günstige Konjunkturentwicklung und die demografische Entwicklungshilfe in MV können nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir ernsthafte Probleme im Land haben“, erklärte Henning Foerster, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Linksfraktion. In MV herrsche die höchste Arbeitslosenquote bundesweit, die Beschäftigten hätten die niedrigsten Löhne und verfügbaren Einkommen. Es sei unredlich und an den Problemen vorbei, wenn Arbeits- und Wirtschaftsministerium stets nur die positiven Entwicklungen in den Blick nehmen. Foerster: „Es wird mit keiner Silbe erwähnt, dass selbst die offizielle Zahl der Langzeitarbeitslosen den 8. Monat in Folge über dem Vorjahreswert liegt.“

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