Netzleitstelle Bentwisch : Die Stromversorgung im Blick

Alles im Blick: Sven Radinsky überprüft, ob im Stromnetz Störungen vorliegen.
Alles im Blick: Sven Radinsky überprüft, ob im Stromnetz Störungen vorliegen.

Die Netzleitstelle in Bentwisch sorgt für elektrische Energie in großen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs

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25. Juni 2015, 12:00 Uhr

Konzentriert blickt Sven Radinsky auf die Bildschirmwand vor sich. Aufmerksam begutachtet er den Ausschnitt des Stromnetzes, der auf den Monitoren zu sehen ist. Im Augenblick ist alles ruhig. Aber das kann sich schnell ändern. „Wenn bei uns eine Störungsmeldung reinkommt, dann muss ich schnell reagieren, erzählt Radinsky, der seit über 25 Jahren in der Netzleitstelle der E.dis AG in Bentwisch bei Rostock tätig ist.

Der Elektromonteurmeister ist einer von 24 Mitarbeiterin, die rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr dafür sorgen, dass die Stromversorgung in der Region gesichert ist. Vom Standort Bentwisch aus werden knapp 50 Prozent des gesamten E.dis-Mittelspannungsnetzes (fern-)gesteuert und überwacht. Somit obliegt eine konstante Versorgung großer Teile Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs den Mitarbeitern in Bentwisch.

Die Aufgaben einer Netzleitstelle haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Während es noch vor 20 Jahren um reine Verteilung der in Großkraftwerken erzeugten Energie ging, ist heute das Management von vielen Tausend Windkraft- und Solaranlagen eine wesentliche Komponente der Netzleitstellenarbeit geworden. Das ist keine leichte Aufgabe, geht es doch immer darum, den aktuellen Verbrauch sowie die vorhandene Einspeisung in der Waage zu halten. „Wir sind so etwas wie Bademeister, die dafür sorgen, dass das Becken einerseits immer gut gefüllt ist. Andererseits darf es aber auch nicht überlaufen, erklärt Leitstellenchef Joachim Jordan. Das wird mittels Fernsteuerung und -schaltung gewährleistet.

Dezentrale Einspeisungen durch regenerative Erzeugungsanlagen – also Windräder oder Solaranlagen – stellen eine große Herausforderung dar. Da diese wetterabhängig produzieren, lässt sich nur schwer langfristig planen, wie viel Strom sie letztlich ins Netz einspeisen. Um eine Überspannung oder Unterversorgung zu vermeiden, müssen Jordan und seine Kollegen regulierend eingreifen.

Das Tagesgeschäft in der Netzleitstelle besteht aber nicht nur darin, die Stromversorgung aufrechtzuerhalten und im Störungsfall zu reagieren. Um Wartungsarbeiten am Stromnetz durchführen zu können, muss so geschaltet werden, dass Leitungen auch mal zeitweise abgeschaltet werden können. „Bei über 90 Prozent unserer Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen merken unsere Kunden nichts. Eine stabile Versorgung steht für uns im Vordergrund“, sagt Jordan.

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