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Die Edelmarke aus MV

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erstellt am 06.Sep.2010 | 06:18 Uhr

Rostock | Die Produktion von "Biolebensmitteln" ist noch ein kleines, aber stetig wachsendes Pflänzchen. Denn immer mehr Menschen wollen essen, was aus der Region stammt und dann am besten noch in Bioqualität. An Hotels und Restaurants in MV ist dieser Trend weitgehend vorbeigegangen, was auch Agrarminister Till Backhaus (SPD) ärgert. "Ich habe in den letzten Jahren versucht, die regionalen Produkte in die Gastronomie hineinzubekommen - mit mäßigem Erfolg", gesteht er ein.

Umso mehr freut ihn das Engagement von etwa 20 Produzenten, Vermarktern von Biolebensmitteln und ambitionierten Gastronomen im Nordosten, die sich in der Initiative "ländlichfein" zusammengefunden haben. Die Köche wollen wesentliche Teile ihrer Speisekarten mit in der Region erzeugten Biolebensmitteln füllen. "Das wird die Edelmarke", ist sich Backhaus sicher, der jüngst stolz den Sprung auf landesweit mehr als 1000 zertifizierte Biounternehmen vermeldete.

Die offizielle Gründung von "ländlichfein" ist für Ende September geplant, Zielgröße sind zunächst 40 Mitglieder, sagt Koordinatorin Nicole Knapstein vom Verein landaktiv in Dierhagen. Mit dem Rostocker Sterne-koch Tillmann Hahn hat "ländlichfein" ein prominentes Mitglied gefunden. Lange habe er nicht besonders auf biozertifizierte Lebensmittel geachtet, sagt der Koch des G8-Gipfels 2007 in Heiligendamm, der heute Chefkoch in der Warnemünder Yachthafenresidenz ist. Das Zertifikat garantiere den Verbrauchern, dass die Lebensmittel "Bio" sind und ermögliche, den Weg der Produkte bis zum Erzeuger zurückzuverfolgen. Neben herkömmlichen Biolebensmitteln wie Gemüse, Fleisch oder Käse setzen die Initiatoren mit der Zulassung von Fisch und Wild Zeichen. Hahn macht aber auch deutlich, dass neue Absatzmärkte erschlossen werden sollen. Alle Aussagen zur "regionalen Bioherkunft" sollen zu 100 Prozent nachprüfbar sein. Die Produzenten könnten durch Direktvermarktung höhere Erträge erzielen. Auf den Speisekarten müsse ein repräsentativer Anteil "ländlichfein" sein, "diese Speisen dann aber zu 100 Prozent".

Doch ganz dogmatisch sind die Initiatoren nicht. Es müsse nicht zwingend MV als Herkunftsland auf den Produkten stehen, die Definition geht über die Landesgrenzen hinaus. Es müssten auch kein Biozucker oder Biogewürze sein. "Wenn es zu strenge Ausschlusskriterien gibt, besteht die Gefahr, dass sich mal einer durchmogeln muss", und flugs wäre der Ruf geschädigt.

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