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Gestrandete Griechen : DGB sieht Auftraggeber in MV in der Pflicht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2014 | 16:24 Uhr

Die aufgedeckten skandalösen Arbeitsbedingungen von etwa 100 ausländischen Arbeitern in MV setzen die Wirtschaft unter Druck: Die Gewerkschaften forderten gestern Mindeststandards für Werkvertragsarbeitnehmer. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) verlangte eine nachträgliche Festanstellung der in Groß Stieten nahe Wismar und Lubmin in Vorpommern von ihrer Firma ohne Lohn und Verpflegung zurückgelassenen Beschäftigten. Die 25 griechischen und weiteren 80 ausländischen Arbeiter waren unter unhaltbaren Zuständen untergebracht worden, (wir berichteten). Die Arbeiter hatten dem DGB zufolge zum Teil seit Monaten kein Geld mehr erhalten. Ohne Lohn hätten die Männer die vergangenen Wochen nur von Marmelade, trockenem Toast und Tütensuppen leben müssen.

Die ausländischen Mitarbeiter waren beim oldenburgischen Subunternehmer Paan beschäftigt, der im Auftrag der Hamburger Krebs-Gruppe Korrosionsschutzarbeiten anderer Auftraggeber erledigte – u. a. der Nordic-Yards-Werften in Wismar und Warnemünde. Der DGB sieht nun auch die Auftraggeber in der Pflicht: „Generalunternehmerhaftung ist das Gebot der Stunde“, sagte DGB-Chef Uwe Polkaehn: „Die griechischen Kollegen müssen vom Auftraggeber – auch rückwirkend – das Angebot zu einem Arbeitsvertrag bekommen. Die Ausbeutung von Werkvertragsbeschäftigten durch deutsche Arbeitgeber muss beendet werden, die Zeit der Arbeitssklaven ist vorbei.“ IG-Metall-Tarifsekretär Daniel Friedrich forderte verbindliche Regelungen und Mindeststandards für Beschäftigte mit Werkvertrag, damit solche unhaltbaren Zustände wie jetzt in Groß Stieten und Lubmin gestoppt würden. Die Betriebe, in denen die Arbeiter eingesetzt waren, würden für diese Situation eine Mitverantwortung tragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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