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Mobiles Internet für Großeltern : Das Senioren-Smartphone

vom

Ein Underdog hat die Weltspitze erreicht: Die schwedische Seniorentelefonmarke Doro hat das erste Smartphone für Senioren vorgestellt. Das Phoneeasy 740 mit mobilem Internet für Großeltern.

svz.de von
erstellt am 03.Mär.2012 | 02:34 Uhr

Stockholm | Die älter werdende Bevölkerung und auch die damit verbundene Einsamkeit schaffen neue Märkte - vor allem im Kommunikationsbereich. Ganz im Schatten der schlagzeilenfreudigen Giganten Nokia, Apple und der auslaufenden schwedischen Handysparte Ericsson hat hierbei ein Underdog die Weltspitze erreicht: Die Senioren telefonmarke Doro ist vor allem bekannt für ihre großen Knöpfe an Festnetztelefonen und die drakonisch einfach und begrenzt gehaltenen Funktionen.

Im vierten Quartal 2011 verkaufte Doro hauptsächlich Telefone, aber auch Zubehör für insgesamt 29,9 Millionen Euro. Im Vergleich zu den Riesen ist das wenig, doch Doro ist damit Weltmarktführer in seiner Rentnernische und das nahezu unangefochten. Insgesamt telefonieren 2,5 Millionen Ätere und Behinderte mit Doro.

Die Alten seien der Wachstumsmarkt der Zukunft, sagte Doro-Chef Jerome Arnaud, als er in dieser Woche das allererste intelligente, computerähnliche Telefon, ein Smartphone, für die ältere Generation vorstellte. Es nennt sich Phoneeasy 740. "Wir bauen dazu auch einen eigenen App Store für Senioren auf."

Doros Konzept ist banal und doch verblüffend selten. Es geht darum, so gute, stabile und preiswerte Handys wie möglich zu bauen. Hier gibt es noch richtige Tasten, weil die Bedienung durch Berührung von Bildschirmen abschreckt. Die Klingeltöne sind extrem laut und die Geräte lassen sich auch an Hörgeräte anschließen.

Bewusst wird weggelassen, was nicht gebraucht wird und verbessert, was bei gewöhnlichen Telefonen oft ungenügend ist: So hat das Doro Phoneeasy 740 eine Batteriezeit von 300 Stunden - 12,5 Stunden kann man damit ununterbrochen telefonieren, bis es wieder aufgeladen werden muss. Das schafft nicht mal das Iphone 4G "Steve" und vermutlich auch sonst kein Smartphone auf dem Weltmarkt. Doch trotz der simplen Gestaltung hat das erste Android-Smartphone für Großeltern Spielereien auf Lager. Die Schweden haben einen eigenen so genannten Cloud-Dienst zur Speicherung digitaler Daten aus dem Boden gestampft. So werden alle Einstellungen gespeichert, falls das Gerät kaputt geht.

Kinder und Enkelkinder, die nicht selten weit von ihren älteren Verwandten entfernt leben, können auf das Telefon zugreifen, Rechnungen begleichen und den Kalender pflegen, Applikation herunterladen. Ältere Menschen, für die das Internet eine Grauzone ist, könnte das Handy somit in die heutigen Kommunikationskanäle integrieren. Zudem hat das Smartphone eine mit 5 Megapixeln beachtlich hochwertige Kamera mit Blitz und Autofokus. Enkel werden so digital für die Ewigkeit festgehalten.

"Es ist ein einfaches Smartphone, das auch einfach zu bedienen ist", sagt Arnaud. Die Ergonomie sei extrem wichtig, im Gegensatz zu immer platter und rundlicher werdenden Designprodukten der Weltkonkurrenz, will man Ecken und Kanten beibehalten. Deshalb wird das Smartphone auch durch echte Knöpfe bedient, die nach dem Gebrauch im Bodensatz verschwinden, ohne dass etwas kaputtgeht.

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