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Mecklenburg Vorpommern : Chefs melden 4300 neue Jobs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Arbeitslosenzahl in MV dank Frühjahrsbelebung kräftig gesunken – trotzdem Rote Laterne im Ländervergleich

Jetzt steigen auch die Jobchancen für Langzeitarbeitslose: Neue sozialversicherungspflichtige Jobs würden von den Unternehmen in MV immer häufiger mit arbeitslosen Frauen und Männern besetzt, teilte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Landesarbeitsagentur für Arbeit gestern mit. Am Bau seien in den vergangenen Monaten zwei Drittel der Stellen an Arbeitslose vermittelt worden. „Das macht Mut“, meinte sie, „die Konjunktur greift“ – auch im März. Die positive Grundstimmung in der Wirtschaft und das dauerhaft milde Wetter hätten in MV zu einer deutlichen Belebung am Arbeitsmarkt geführt. Die Zahl der Arbeitslosen sank auf 105 400 – der niedrigste März-Wert seit der Wende. Somit waren jeweils 6000 Menschen weniger ohne Job als im Vormonat Februar sowie im März 2013.

Die Frühjahrsbelebung sorgt für Beschäftigung: Allein im März seien den Arbeitsagenturen 4300 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet – 500 mehr als im Vormonat Februar. Auch die Zahl der neuen Jobs steige, so Koopmann – bei Dienstleistern, im Gesundheits- und Sozialwesen und bei Logistikern. Die Entwicklung komme allen Altersgruppen zugute, besonders aber den unter 25-Jährigen. Im März waren 1600 Menschen dieser Altersgruppe weniger arbeitslos als ein Jahr zuvor. Dabei könnten die Arbeitgeber unter den Arbeitslosen nach wie vor auf eine Vielzahl von Fachkräften zurückgreifen. Allerdings verlange das von Personalchefs auch Kompromissbereitschaft. Die Unternehmen könnten dabei mit Unterstützung der Arbeitsagenturen rechnen, zum Beispiel bei der Qualifizierung Arbeitsloser. „Da setzen wir sehr stark drauf“, sagte Haupt-Koopmann.

Die Arbeitslosenquote in MV ging innerhalb eines Monats von 13,2 auf 12,5 Prozent zurück. Trotz des bundesweit kräftigsten Rückgangs behält MV im Vergleich der Bundesländer weiter die Rote Laterne. In Deutschland verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen im März um 83 000 auf 3 055 000. Die Arbeitslosenquote lag damit bei 7,1 Prozent. Die Nähe zum Altbundesgebiet bescherte dem Landkreis Ludwigslust-Parchim mit 9,3 Prozent erneut die landesweit niedrigste Quote, nur knapp über dem Bundesdurchschnitt. In Vorpommern-Greifswald lag sie mit 15,1 Prozent gut doppelt so hoch. Arbeitsministerin Birgit Hesse (SPD) zeigte sich erfreut über den Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse um 2100 auf 514 600. Sie machte aber zugleich deutlich, dass noch viel zu tun sei. Eine wichtige Aufgabe sei es, „Langzeitarbeitslose zurück in Beschäftigung zu bringen“. Auf die hohe Zahl von Langzeitarbeitslosen machte auch die Grünen-Landtagsabgeordnete Silke Gajek aufmerksam. Rund 36 000 Menschen in MV seien davon betroffen, 2300 mehr als im März 2013.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) wertete den deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit als „ein gutes Zeichen“ dafür, dass die Konjunktur anlaufe. „Im verarbeitenden Gewerbe muss allerdings noch mehr passieren. Wir werden auch künftig die notwendigen wirtschaftlichen Anreize hierfür geben“, versicherte er.

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erstellt am 01.Apr.2014 | 17:54 Uhr

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