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Handwerk : Brotvielfalt auf Kulturerbeliste

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das gibt es nur in Deutschland: Brotregister zählt mehr als 3100 Spezialitäten

svz.de von
erstellt am 23.Dez.2014 | 12:00 Uhr

Die Vielfalt ist einmalig: Roggenbrote, Mischbrote, Bauernbrote, Weizenbrote, Pumpernickel, Kleingebäcke wie Brötchen, Brezeln, Sternsemmeln, Mettmänner – nirgends auf der Welt werden derart viele Brotsorten gezählt. Das deutsche Brotregister registriert Ende Oktober bundesweit 3176 Spezialitäten.

Das lässt sich Deutschland schmecken: 1,9 Millionen Tonnen Brot kauften die Haushalte zwischen Rügen und Bodensee im vergangenen Jahr – 1,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Je Haushalt macht das im Jahr etwa 62 Kilogramm Brot und Brötchen. Am beliebtesten sind Mischbrote – jeder dritte Laib wird aus verschiedenen Getreidesorten gebacken. Knapp 20 Prozent gehen als Toastbrot über die Ladentheke, 15 Prozent sind Brote mit Körnern und Saaten. Und es werden mehr: Seit einigen Jahren erlebe die Vielfältigkeit im Bäckerhandwerk noch einmal einen neuen Schub – befeuert durch die wachsende Konkurrenz, teilte der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks mit. Mehr als 13 000 Meisterbetriebe mit 283 000 Mitarbeitern teilen sich den Markt. Jahresumsatz: 13,18 Milliarden Euro.

Mecklenburger und Vorpommern mögen vor allem Roggen- und Vollkornbrote, ermittelte der Zentralverband. Jeweils ein Viertel der Brote besteht aus diesen Getreidearten, während es bundesweit nur 11,8 bzw. 17,3 Prozent sind. Weitere zwölf Prozent der Brote werden als Mehrkornbrote mit mindestens drei Getreidearten und weitere 12,5 Prozent als Roggenmischbrot gegessen.

Die Brotvielfalt sucht Anerkennung: Inzwischen ist die Deutsche Brotkultur in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes eingetragen worden, teilte der Zentralverband mit – die erste große Hürde zur Aufnahme in das internationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Unesco. Indes gewinnt Brot auch weltweit an Bedeutung. So ist Japan in den vergangenen 30 Jahren vom Reis- zum Brotland geworden. Brot löst in vielen Entwicklungsländern allmählich die traditionelle Nahrung ab.

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