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Grüne Woche Berlin : Botschafterin mit extravagantem Hut

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Südkoreanerin Moung-Yul Braun hat sich in Mecklenburg-Vorpommern verliebt und wirbt für den Tourismus

von
erstellt am 19.Jan.2015 | 20:34 Uhr

Moung-Yul Braun ist ein echter Hingucker. Sie trägt ein langes Kleid im Barock-Stil. Um ihre Schulter liegt eine Schärpe. Sie lächelt. „Mein Hut ist fast dreieinhalb Kilo schwer“, sagt sie. Er erzählt eine Geschichte: Eine Kogge, die auf dem Wasser ruht, daneben eine Weide mit Kühen, im Hintergrund Wälder und ganz vorne eine kleine Mühle. Seit 15 Jahren kommt die Frau mit der extravaganten Kopfbedeckung in die MV-Länderhalle der Grünen Woche. Seit 15 Jahren ist sie eine Botschafterin der Region und „auch eines der beliebtesten Fotomotive“, wie sie erzählt. Braun sieht sich als Werbe-Ikone des Landes. Obwohl sie in Südkorea geboren ist, schlägt ihr Herz für Mecklenburg-Vorpommern. „MV ist noch schöner als mein Outfit.“ Moung-Yul Braun lacht. „Ich wünsche mir, dass unser Bundesland der Tourismusstandort Nummer eins wird. In der Saison kommen viele Gäste aus Süddeutschland zu uns, die Internationalität fehlt aber noch.“

Moung-Yul Braun selbst verkörpert Internationalität. Sie ist 1970 nach Deutschland gekommen. In Westberlin fand sie eine Anstellung als Krankenschwester. „Die Ausbildung habe ich schon in meiner Heimat gemacht. In Korea arbeitete ich in einem Privatkrankenhaus. Ich hatte viel Kontakt mit Politikern. Ich erzählte ihnen, dass ich gerne auswandern möchte und so erfuhr ich, dass in Deutschland Krankenschwestern gesucht werden“, erinnert sich Braun. Sie stieg in den Flieger, nonstop in ein neues Leben. In Berlin lernte sie Manfred Braun kennen. „Seine Schwägerin war bei mir in Behandlung. 1977 haben wir geheiratet“, erzählt sie. „Wir bekamen einen Sohn und eine Tochter. Heute sind wir sogar schon Großeltern.“

In Berlin wohnt die Familie nicht mehr. Mittlerweile betreiben die Brauns ein Hotel in Ueckermünde. „Mein Mann ist in Torgelow geboren. 1993 kauften wir in seiner Heimat eine alte Mühle. Wir haben lange darüber diskutiert, ob wir sie restaurieren sollen. Ich musste viel Überzeugungskraft leisten“, berichtet Moung-Yul Braun. 1997 wurde die Pommernmühle aufgemacht. Heute beinhaltet sie ein Restaurant und ein Hotel. „Wir haben damals sofort die Genehmigung bekommen, ein Hotel zu errichten. Damals gab es im Kreis kaum Unterkünfte für Touristen“, erinnert sich Braun. Ihr Hotel hat sie seit der Eröffnung jedes Jahr auf der Grünen Woche vermarktet. „Damals war in der MV-Halle nicht viel los. Mit meinen Kostümen habe ich versucht Schwung reinzubringen. Mecklenburg-Vorpommern lohnt sich. Die Luft ist toll, die Landschaft ist wunderschön und die Menschen sind freundlich“, schwärmt sie. In ihre alte Heimat reist Braun dennoch jedes Jahr. Sie besucht dort die Familie. „Mein größter Wunsch ist, dass Nord- und Südkorea Frieden finden und ein geeintes Land werden.“

 

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