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Ökolandbau in MV : Biolandbau geringer als Nachfrage

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Viele Ökoprodukte kommen aus dem Ausland / Agrarminister legt eine Strategie zum Ausbau der Öko-Landwirtschaft vor

Agrarminister Till Backhaus (SPD) hat für Mecklenburg-Vorpommern ein Konzept für den Ausbau der Ökologischen Landwirtschaft vorgelegt. Das Land sei aufgrund seiner Naturräume prädestiniert für den Ökolandbau, sagte der Minister . Dennoch gingen im Vorjahr 6000 Hektar Öko-Fläche verloren.

In diesem Jahr seien wieder 3000 Hektar dazu gekommen, so dass jetzt 122 000 Hektar oder neun Prozent des Ackerlandes von 809 Betrieben nach Öko-Richtlinien bearbeitet werden. Das ist mehr als im Bundesschnitt mit 6,3 Prozent. 2020 sollen es 150 000 Hektar sein.

Mit den Wachstumsraten von Ökoprodukten auf dem Lebensmittelmarkt hält der Flächenzuwachs bundesweit jedoch nicht mit. Der Umsatz bei Bioprodukten legt pro Jahr zwischen fünf und neun Prozent zu, der Flächenzuwachs lag 2014 bei ganzen 0,3 Prozent. Immer mehr Bioprodukte kommen aus dem Ausland. „Wir wollen jedoch regionale Bioware aus unserem Bundesland in den Regalen sehen“, sagte Backhaus. „Dafür haben wir ein Maßnahmebündel geschnürt.“

Neueinsteigern solle der Weg in den Ökolandbau erleichtert werden. So werden die Prämien für Neueinsteiger von 150 Euro auf 260 und für sogenannte Beibehalter des Ökolandbaus auf 200 Euro je Hektar und Jahr angehoben. Das seien in der aktuellen Förderperiode bis 2020 rund 167 Millionen Euro – 42 Millionen mehr als im vorhergehenden Förderzeitraum. Damit sei die mögliche Förderung nicht ausgereizt. „Im Wettbewerb um die höchsten Prämien können wir nicht mithalten“, gab Backhaus zu. In der Kombination mit anderen Programmen – etwa für den Anbau von Eiweißpflanzen – seien jedoch Flächenbeihilfen von bis zu 630 Euro je Hektar möglich.

Zu den fünf Eckpunkten des Programms gehören außerdem Beratung und Bildung sowie Forschung und Vernetzung, außerdem die Hilfe bei der Vermarktung von Bioprodukten sowie die Kontrolle, um den Verbraucherschutz zu sichern.

Ein Kompetenzzentrum für den Ökolandbau, wie von Grünen und Umweltverbänden gefordert, gehört nicht zur Öko-Strategie des Landes.

In die Ausbildung von Landwirten soll dem Papier zufolge jedoch das Lerngebiet Alternative Landwirtschaft aufgenommen werden. Außerdem wird eine Zusatzbildung zum Fachagrarwirt im Ökolandbau angeboten.

Backhaus sagte, ökologisch zu produzieren, das gehe nur über den Kopf. Man müsse bereit sein, ohne Pflanzenschutz und mineralischen Dünger zu produzieren und im Stall und auf dem Feld nur die Hälfte der Erträge zu erzielen. Zwar würden Erzeuger von Biomilch derzeit mit 49 Cent je Liter fast doppelt so viel erhalten wie konventionelle Milchbauern, doch „auch der ökologische Landbau steht unter Druck“, sagte Backhaus.

 

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