Erinnerung werden wach : Bilder von verheerendem Seuchenzug wieder da

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Ein mit Vogelgrippe infizierter, toter Schwan wird im Februar 2006 auf Rügen geborgen.

Vor fast neun Jahren kostete ein Pestzug in MV zehntausenden Tieren das Leben / Bauer Kliewe aus Ummanz auf Rügen sieht Freilandhalter benachteiligt

svz.de von
07. November 2014, 07:41 Uhr

Die Bilder sind sofort wieder da: Geflügelpest in Mecklenburg-Vorpommern – „da weiß ich schon wieder, was uns droht“, meint Bauer Holger Kliewe aus Ummanz auf Rügen gestern. Zuvor hatte er die Meldung vom Fund des hochpathogenen Influenzavirus vom Subtyp H5N8 bei Puten in einem Stall in Vorpommern gehört – „und die Freilandhalter von Geflügel werden wieder bestraft und müssen die Zeche zahlen“, ärgert sich der Landwirt – mit drastischen Folgen.

Die kennt Kliewe zur genüge: Schon einmal musste der Bauer Tausende Tiere keulen lassen – Anfang 2006 als mit dem H5N1-Virus die Geflügelpest in Deutschland grassierte. In den Wochen nahmen bis zu 800 Helfer pro Tag, darunter auch 250 Bundeswehrsoldaten in Schutzanzügen, den Kampf gegen das Virus auf. Sie sammelten allein auf Rügen 8000 Kadaver ein. 160 Vögel sowie drei Katzen und ein Steinmarder wiesen den tödlichen Erreger auf. Seuchenwannen am Rügendamm, Soldaten in Vollschutzanzügen, ABC-Panzer im Urlaubsgebiet: Bei Urlaubern saßen die Bilder von massenhaft toten Tieren, die von Helfern eingesammelt wurden, tief. Hoteliers beklagten damals über Monate Stornierungen und drastische Einbrüche bei den Buchungen. Noch Monate danach fragten Urlauber an, ob Schutzanzüge auf Rügen notwendig seien.

Fast neun Jahre nach dem verheerenden Seuchenzug schrillen bei den Geflügelhaltern wieder die Alarmglocken. Erneut hat das Land eine Einstallpflicht für Geflügel in der Nähe von bekannten Wasserrastplätzen von Zugvögeln, beispielsweise an Binnenseen und der Ostseeküste verhängt. Wie damals, als Kliewe unfreiwillig bundesweit zur Berühmtheit geworden war, nachdem Bilder aus seinen Ställen über alle Fernsehkanäle flimmerten. Seinen gesamten Tierbestand – 2000 Puten, Gänse, Enten – hatten die amtlichen Keulkommandos damals vorsorglich getötet. Damals hatte sich Kliewe der verordneten Stallpflicht wegen der Vogelgrippe zunächst widersetzt. Jetzt müssen er und andere Freilandbetriebe möglicherweise erneut ihr Geflügel einstallen. „Nur, weil Betriebe mit Intensivhaltung ihre Ställe nicht in den Griff bekommen“, ärgert sich Kliewe. Dort habe das Virus leichteres Spiel: Durch die Intensivhaltung sei das Abwehrverhalten der Tiere geschwächt. Das Virus sei aber in einem Bestand im Stall und nicht bei Freilandgeflügel festgestellt worden, die Konsequenzen müssten aber die Freilandhalter tragen. Nur: 5000 Enten und Gänse halte er auf seinem Hof, erklärt Kliewe. Wie die meisten Kollegen in der Freilandhaltung auch könne er gar nicht alle Tier einstallen – dafür fehle der Platz.

Den Geflügelhaltern drohen erneut Einbußen: Beim letzten Seuchenzug 2006 hatten die Behörden in MV monatelange Stallpflicht für Geflügel angeordnet und zehntausende Tiere keulen lassen. Das gefährliche Virus hatte sich bundesweit und in weiteren europäischen Ländern verbreitet. Vor etwa drei Jahren waren bei Routinekontrollen in einem Enten- und Gänsebestand im Landkreis Parchim Grippeviren vom Typ H5N2 entdeckt worden – 17 000 Tiere wurden vorsorglich gekeult.


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