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GdL-Streik : Bahnverkehr in MV steht still

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bahn: 85 Prozent aller Züge im Nahverkehr fallen von Dienstag bis Sonntag aus

von
erstellt am 04.Mai.2015 | 20:30 Uhr

Die Lokführer streiken von heute an sechs Tage in Folge im Personenverkehr – Bahnkunden in Mecklenburg-Vorpommern sind besonders hart betroffen. Der Schwerpunkt des bislang längsten Streiks in der Geschichte der Bahn liegt im Norden und Osten Deutschlands, teilte das Unternehmen gestern mit. Dort sind die Behinderungen am größten. „Wir gehen davon aus, dass in Mecklenburg-Vorpommern streikbedingt leider nur 15 Prozent der Züge im Nahverkehr und etwa ein Drittel im Fernverkehr fahren“, sagte Bahn-Sprecher Holger Auferkamp gegenüber unserer Redaktion.

Bundesweit ist der Ausfall an Zügen regional sehr unterschiedlich. In einigen Gebieten Deutschlands fahren noch bis zu 60 Prozent der Züge im Nahverkehr. 15 Prozent im Nordosten ist für Bahnkunden der schlechteste Wert. Grund für die Unterschiede: „In Mecklenburg-Vorpommern ist der Anteil der Beamten unter den Lokführern weit geringer als beispielsweise in Niedersachsen und Bremen“, sagte Hartmut Petersen, Vorsitzender der Gewerkschaft der Lokführer (GdL) im Bezirk Nord. Beamte dürfen nicht an Streiks teilnehmen.

Auch als Bundesland mit den höchsten Pendlerzahlen ist der Nordosten stark betroffen. 72 500 Frauen und Männer fahren täglich zur Arbeit in andere Bundesländer – viele von ihnen mit der Bahn. Zehntausende Arbeitnehmer müssen zudem innerhalb des Landes mit dem Zug zum Arbeitsplatz fahren.

Für die Züge des Regionalverkehrs wurde ein stark reduzierter Ersatzfahrplan erstellt. Der ist seit gestern über www.bahn.de/aktuell abrufbar. Auch für den Fernverkehr hat die Bahn einen Ersatzfahrplan veröffentlicht. Weitere Informationen in der Online-Auskunft der Bahn oder unter Tel. 08000 99 66 33. „Der Plan wird stabil gefahren. Wir haben es außerdem geschafft, zusätzliche Züge einzusetzen“, sagte ein Bahnsprecher am Dienstagmorgen. So fahren unter anderem auf der Verbindung RE1 zwischen Rostock und Hamburg 15 zusätzliche Züge, auf der Linie RE3 zwischen Stralsund, Pasewalk und Berlin sind es 4.

Auf der Seite der GDL ist man mit dem Streikbeginn zufrieden. „Bisher läuft alles ruhig“, sagte Harald Ketelhöhn, stellvertretender Bezirksvorsitzender GDL Nord.

Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) kritisierte jedoch den Streik. Bei der großen Mehrheit der Menschen im Land schwinde das Verständnis für die anhaltende Ergebnislosigkeit der Verhandlungen. „Arbeitgeber wie Arbeitnehmer müssen im Sinne der Fahrgäste schleunigst zu Verhandlungsergebnissen kommen“, sagte Pegel. Die Verantwortung für ein Ende des Tarifkonflikts liege auf beiden Seiten.

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