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Fahrplanwechsel bei der Bahn : Bahn kassiert mehr und kommt später

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Zugfahren wird teurer. Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember erhöht die Deutsche Bahn die Preise für ihre Fahrscheine im Durchschnitt um 2,8 Prozent. Freitags und sonntags sollen zusätzliche Züge eingesetzt werden.

svz.de von
erstellt am 06.Dez.2012 | 06:44 Uhr

Berlin | Am zweiten Advent ist es wieder soweit: Die Deutsche Bahn wechselt ihren Fahrplan und zugleich erhöht sie die Preise, wie fast in jedem Jahr. Das ärgert die Fahrgäste und Verbraucherschützer halten sie für überzogen. Zumal sich das Angebot für die Kunden kaum verbessert, wenn das Staatsunternehmen im Durchschnitt 2,8 Prozent mehr für seine Fahrscheine verlangt. Die Bahn rechtfertigt das mit gestiegenen Strompreisen, legt aber ihre Kalkulation nicht offen.

Der Bahnkritiker Anton Hofreiter von den Grünen weist auf Vorteile des Großkunden bei der Strombeschaffung hin. Die Bahn profitiere seit Monaten von sinkenden Strompreisen. "Sie freut sich darüber, dass der Großhandelspreis sinkt, und gegenüber den Kunden begründet sie die steigenden Ticketpreise mit steigenden Strompreisen", schimpft der Chef des Bundestags-Verkehrsausschusses.

"Die Qualität ist nicht so, als dass man eine Preiserhöhung rechtfertigen könnte", sagt Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn. Er meint damit vor allem die vielen Zugverspätungen. Nach der jüngsten waren im Oktober 27,4 Prozent der Fernzüge mit Verspätung unterwegs. Im März lag diese Quote noch bei 14,4 Prozent. "Solange die Bahn das nicht im Griff hat, kann sie nicht mehr Geld verlangen", moniert Naumann. Sie solle wie zuletzt lieber noch mehr Fahrgäste gewinnen und so die Einnahmen erhöhen. Im ersten Halbjahr ist die Fahrgastzahl um vier Prozent gestiegen.

770 Wagen mit neuer Innenausstattung

Der höchste Preis für eine Strecke im ICE steigt am Sonntag von 135 auf 139 Euro. Das betrifft etwa die Fahrt von Hamburg nach München. Bahncards kosten durchschnittlich 2,4 Prozent mehr. Die Bahncard 25 gibt es dann für 60 Euro (bisher 59 Euro), die Bahncard 50 für 247 Euro (bisher 240 Euro).

Neu: In 120 deutschen Städten können Bahncard-Inhaber mit dem öffentlichen Nahverkehr ohne Extra-Ticket zum Startbahnhof fahren. Bislang war das nur am Zielort möglich. Vom 9. Dezember an will die Bahn freitags und sonntags ein paar Züge mehr einsetzen. Davon sollen Wochenendpendler auf stark genutzten Verbindungen profitieren, etwa auf der Strecke Hamburg-Köln oder Köln-Hannover-Berlin. "Kleine punktuelle Entlastungen", sagt Naumann dazu.

Auf der Intercity-Linie Stuttgart-Köln-Hamburg setzt die Bahn die ersten von 770 Wagen ein, die bis 2014 eine neue Inneneinrichtung bekommen. Kein Zufall: Seit Ende Juli pendelt der Bahnkonkurrent HKX zwischen Köln und Hamburg.

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