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A24 / A14 : Autobahnen baustellenfrei

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sanierung der A24 Richtung Hamburg abgeschlossen. Zwei A-14-Teilstücke für Verkehr freigegeben.

svz.de von
erstellt am 21.Dez.2015 | 18:58 Uhr

Darauf haben Pendler und Reisende nach Hamburg oder in die Prignitz mehr als zehn Jahre gewartet: Seit gestern kommen sie auf den Autobahnen 14 und 24 schneller voran. 15 Jahre nach dem ersten Spatenstich zur Sanierung der A24 zwischen dem Autobahnkreuz Hamburg-Ost und der schleswig-holsteinischen Landesgrenze nach Mecklenburg-Vorpommern können Autofahrer ohne Baustelle auf dem Abschnitt auf Reisen gehen – gestern wurde das Großprojekt beendet. Damit sei das Kernstück der Achse Berlin-Hamburg auf schleswig-holsteinischem Gebiet grundlegend modernisiert und zukunftsfest aufgestellt, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) in Gudow (Kreis Herzogtum-Lauenburg). Die Sanierung des knapp 48 Kilometer langen Abschnitts kostete demnach rund 121 Millionen Euro. Darin enthalten ist auch der Ausbau der Rastanlage Gudow.

Freie Fahrt auch auf zwei weiteren Teilstücken der neuen Nord-Süd-Autobahn 14: Die Fertigstellung der umstrittenen Autobahn 14, die voraussichtlich in zehn Jahren von Wismar bis zur A4 bei Dresden befahrbar sein soll, kommt voran. Gestern wurden in Mecklenburg und in Nordbrandenburg zwei noch getrennte Abschnitte für den Verkehr freigegeben.

Ein 16,2 Kilometer langes Teilstück verlängert die Trasse vom neuen Autobahnkreuz Schwerin Richtung Süden bis zur Anschlussstelle Grabow bei Ludwigslust. Der erste in Brandenburg fertiggestellte Abschnitt führt über 11,3 Kilometer von Karstädt bis Groß Warnow an der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Am Lückenschluss zwischen beiden Orten wird seit Frühling gearbeitet.

Wie der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, anlässlich der Streckenfreigaben sagte, wird die A 14 in Mecklenburg-Vorpommern voraussichtlich 2017 fertiggestellt sein. In Brandenburg und Sachsen-Anhalt liefen Planfeststellungsverfahren für die noch ausstehenden Abschnitte. „Die durchgängige Autobahn wird nicht nur die Verkehrsteilnehmer freuen, die deutlich zügiger ihr Ziel erreichen. Sie ist auch ein Standortvorteil für die regionale Wirtschaft, da sie die Anbindung der Ostseehäfen - vor allem Wismar - an das transeuropäische Straßennetz maßgeblich verbessert“, erklärte Ferlemann.

Südlich von Wismar und von der A2 bei Magdeburg ist die A14 bereits seit Jahren befahrbar. Der Lückenschluss zwischen Schwerin und Magdeburg gilt als eines der derzeit größten Verkehrsprojekte in Deutschland.

Umweltschützer zweifeln an der Notwendigkeit und beklagen gravierende Eingriffe in die Natur – sie zählen die Autobahn zum „Dusseligen Dutzend“ der zwölf umweltschädlichen und sinnlosesten Straßenbauprojekte Deutschlands. Mit Einsprüchen und Klagen hatten sie den Bau immer wieder verzögert, vor allem in Sachsen-Anhalt. Die A14 soll im Nord-Süd-Verkehr als Alternative zu den viel befahrenen Autobahnen 7 und 9 dienen und die Großräume Hamburg und Berlin entlasten.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hob die Bedeutung der A14 für Tourismus und Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern hervor. „Die Landesregierung hat immer konsequent hinter diesem Projekt gestanden, sich beim Bund dafür stark gemacht. Für uns als Tourismusland ist die Autobahn ein wichtiger Beitrag dazu, dass unsere Gäste ohne Stress und Stau zu uns kommen können. Zugleich verbessert die A14 ganz entscheidend die landseitige Anbindung unserer Häfen.“ Dies sei auch ein gutes Argument für die Ansiedlung weiterer Unternehmen in Wismar und Rostock, betonte Sellering.

Er appelliere an Befürworter und Gegner in den Nachbarländern, nach gemeinsamen Lösungen zu suchen und so eine zügige Fertigstellung zu erreichen. „Erst dann kann die A14 ihre positive Wirkung voll entfalten, von Wismar bis Dresden.“ Wo Baurecht bestehe, werde gebaut, versicherte Ferlemann. „Dieses Ziel gilt unverändert auch für weitere A-14-Abschnitte.“

In Brandenburg seien noch zwei Teilstücke in Planung: Die Elbbrücke bei Wittenberge und der Abschnitt von Wittenberge bis nach Karstädt, sagte Brandenburgs Verkehrsstaatssekretärin Katrin Lange.

Auch nach ihren Worten wird die A14 eine wichtige Verbindungsachse zwischen den deutschen Seehäfen, den Wirtschaftszentren Mitteldeutschlands und zu den transeuropäischen Verkehrsnetzen. Der Bau komme voran. „Das ist eine gute Nachricht für die Wirtschaft in der Region“, sagte Lange.

In den rund 155 Kilometer langen Autobahnneubau zwischen der A 2 und der A 24 investiert der Bund nach Angaben Ferlemanns insgesamt 1,4 Milliarden Euro – doppelt so viel wie geplant.

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