Darchau: Planungen eingestellt : Aus für neue Elbbrücke

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Amt Neuhaus fürchtet wirtschaftliche Nachteile, doch der Kreis führt die möglichen Kosten ins Feld

svz.de von
20. Juli 2015, 21:00 Uhr

Die seit mehr als 20 Jahren geplante Brücke über die Elbe im Landkreis Lüneburg wird nicht gebaut. Das hat der Kreistag gestern in Lüneburg beschlossen, wie eine Sprecherin mitteilte. In einer namentlichen Abstimmung hätten 32 Abgeordnete für das Ende der Pläne gestimmt, 24 seien dagegen gewesen, hieß es.

Wegen der zu erwartenden Kosten hatten die zuständigen Ausschüsse bereits Ende Juni beschlossen, die Planungen einzustellen. Die rot-grüne Mehrheit hatte auch dort dagegen votiert, ein entsprechendes Planfeststellungsverfahren zu betreiben. Auch der Vorschlag der oppositionellen CDU-Fraktion, den Bau einer günstigeren Schrägseilbrücke zu prüfen, fand damals keine Mehrheit.

„Die in den letzten Jahren eingetretene Kostensteigerung für den Bau der Brücke kann der Landkreis Lüneburg nicht mehr abfangen und ist deshalb nicht in der Lage, die Brücke zu bauen“, sagte Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) Ende Juni.

Die Brücke sollte die Gemeinde Amt Neuhaus am nordöstlichen Elbufer mit dem Südwesten verbinden. Bis 1993 gehörte die Region zu Mecklenburg-Vorpommern. „Für uns war die Brücke ein Symbol für die Vollendung der Einheit“, sagte Grit Richter, Bürgermeisterin der Gemeinde Amt Neuhaus. „Das Scheitern macht die wirtschaftliche und soziale Lage der Gemeinde Amt Neuhaus nicht leichter“, betonte die parteilose Politikerin. „Es gibt keine Alternative zu der Brücke, eine Fähre ist kein Ersatz.“ „Jetzt brauchen wir Programme und Projekte zur Stärkung des Ostkreises“, forderte Richter. „Die Bürger der Gemeinde Amt Neuhaus erwarten, dass sie kostenlos ans andere Elbufer gelangen - und die Fähre zum Nulltarif auch für Unternehmen.“ Zwischen Darchau und Neu Darchau pendelt die Elbfähre „Tanja“. Fällt sie etwa bei Eis oder niedrigem Wasserstand aus, so müssen Pendler und Schüler der Region lange Umwege in Kauf nehmen. Lange wurden die Kosten für den Bau zwischen Darchau im Nordosten und Neu Darchau im Landkreis Lüchow-Dannenberg auf 45 Millionen Euro geschätzt. Doch ein vom Kreis Lüneburg beauftragtes Ingenieurbüro bezifferte die zu erwartenden Kosten Anfang 2015 auf rund 58 Millionen Euro. Die rot-grüne Landesregierung Niedersachsens werde ihre Zuschüsse nicht aufstocken, erklärte daraufhin ein Sprecher im April. Damit hätte der Landkreis einen Eigenanteil von bis zu 29 Millionen Euro finanzieren müssen.

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