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Schon wieder Nachwendetief : Arbeitslosigkeit sinkt weiter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Arbeitsagentur konstatiert gegenüber dem Vormonat einen Rückgang in allen Alters- und Personengruppen / Langzeitarbeitslosigkeit bleibt ein Problem

svz.de von
erstellt am 30.Sep.2014 | 16:04 Uhr

Die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern ist auch im September wieder spürbar zurückgegangen. Aktuell seien 82 600 Erwerbsfähige im Land ohne Beschäftigung – das sei die niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wende, so die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesanstalt für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, gestern bei der Vorstellung der Monatsstatistik. Gegenüber dem Vormonat sei die Zahl der Arbeitslosen um 2900 gesunken, gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres sogar um 5600.

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im September sei saisonal üblich, falle aktuell aber stärker aus als in anderen Jahren, hieß es. Gründe seien unter anderem, dass Betriebe nach der Sommerpause verstärkt einstellten – auch, weil dann besonders viele gut ausgebildete Fachkräfte auf dem Markt seien: junge Leute, die nach der Lehre nicht übernommen werden konnten bzw. die eine schulische Ausbildung absolviert hätten. Parallel dazu habe mit Beginn des Ausbildungsjahres die Arbeitslosenquote bei unter 20-Jährigen um 16,9 Prozent abgenommen.

Erfreulich, so Haupt-Koopmann, sei, dass der Rückgang im Vergleich zum Vormonat alle Personen- und Altersgruppen betreffe. Gegenüber dem Vorjahresmonat allerdings sei die Langzeitarbeitslosigkeit leicht gestiegen. Hier bleibe die Situation schwierig, so die Agenturchefin. „Hier bedarf es der Anstrengung aller Akteure am Arbeitsmarkt, um Potenziale zu heben: Immerhin 72 Prozent der Langzeitarbeitslosen haben eine abgeschlossene Berufsausbildung.“ Haupt-Koopmann appellierte an Arbeitgeber, angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels Langzeitarbeitslosen zumindest die Chance zu geben, sich persönlich vorzustellen und die eigenen Stärken zu präsentieren: „Man muss sich ja nicht gleich lebenslang binden.“ Auch Probebeschäftigungen oder befristete Verträge würden den Betroffenen schon weiterhelfen – und ebenso vielen, insbesondere kleineren Betrieben.

Auch in allen anderen Bundesländern ist die Arbeitslosigkeit im September zurückgegangen – lediglich bei Spitzenreiter Bayern stagnierte sie bei 3,7 Prozent. Schlusslicht ist derzeit Bremen mit 10,9 Prozent. Die Hansestadt verzeichnete auch auf Jahressicht die schlechteste Entwicklung: Die Zahl der Arbeitslosen legte dort um drei Prozent zu.

Deutschlandweit waren im September 2,808 Millionen Menschen arbeitslos, 94 000 weniger als einen Monat zuvor. Der Rückgang zum August fiel damit so niedrig aus wie seit zehn Jahren nicht. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,2 Punkte auf 6,5 Prozent ab. Im Vergleich zum September 2013 verringerte sich die Zahl der Erwerbslosen um 41 000.

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