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Frühjahrsbelebung : Arbeitslosenzahl in MV kräftig gesunken

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Auf den Baustellen im Land geht es rund und der Tourismus springt wegen des schönen Wetters früher an als in den Vorjahren. Das ist gut für das Geschäft und damit auch für die Beschäftigung. Die Nachfrage nach Fachkräften im Nordosten steigt, die Arbeitslosigkeit sinkt.

Die positive Grundstimmung in der Wirtschaft und das dauerhaft milde Frühlingswetter haben in Mecklenburg- Vorpommern zu einer deutlichen Belebung am Arbeitsmarkt geführt. Die Zahl der Arbeitslosen sank auf 105 400 und damit auf den niedrigsten März-Wert seit der Wende, wie die Chefin der Arbeitsagentur Nord, Margit Haupt-Koopmann, am Dienstag bei der Bekanntgabe der neuen Arbeitsmarktdaten hervorhob. Somit waren jeweils etwa 6000 Menschen weniger ohne Job als im Vormonat Februar sowie im März 2013.

Die Arbeitslosenquote ging innerhalb eines Monats von 13,2 auf 12,5 Prozent zurück. Trotz des bundesweit kräftigsten Rückgangs behält Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich der Bundesländer weiter die Rote Laterne. In Deutschland verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen im März um 83 000 auf 3 055 000. Die Arbeitslosenquote lag damit bei 7,1 Prozent. Die Nähe zum Altbundesgebiet bescherte dem Landkreis Ludwigslust-Parchim mit 9,3 Prozent erneut die landesweit niedrigste Quote, nur knapp über dem Bundesdurchschnitt. In Vorpommern-Greifswald lag sie mit 15,1 Prozent gut doppelt so hoch.

„Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern profitiert deutlich von der Frühjahrsbelebung. Sie fällt in diesem Jahr merklich stärker aus als im vergangenen Jahr“, stellte Haupt-Koopmann fest. Die positiven Konjunkturerwartungen hätten eine spürbar höhere Nachfrage nach Arbeitskräften ausgelöst. „Das Klima ist ein ganz anderes als im vorigen Jahr. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass die Dynamik in der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten noch zunimmt“, sagte sie. Die Entwicklung komme allen Altersgruppen zugute, besonders aber den unter 25-Jährigen. Im März waren 1600 Menschen dieser Altersgruppe weniger arbeitslos als ein Jahr zuvor.

Unternehmen und Behörden boten laut Arbeitsagentur seit Jahresbeginn rund 11 200 offene Stellen an. Das waren 8,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Allein im März kamen demnach 4300 Angebote für sozialversicherungspflichtige Jobs dazu. „Besonders im Gastgewerbe, im Handel, im Bereich Soziales und Gesundheit sowie im Baugewerbe werden Mitarbeiter gesucht“, zählte Haupt-Koopmann auf.

Die Nachfrage nach Verkäuferinnen zeige, dass auch das Konsumklima im Land stabil sei.

Arbeitsministerin Birgit Hesse (SPD) zeigte sich erfreut über den Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse um 2100 auf 514 600. „Für jedes Unternehmen zahlt es sich aus, langfristig auf eine erfahrene Belegschaft zu setzen und sich nicht übereilt von motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu trennen“, sagte Hesse. Sie machte aber zugleich deutlich, dass noch viel zu tun sei. Eine wichtige Aufgabe sei es, „Langzeitarbeitslose zurück in Beschäftigung zu bringen“.

Auf die hohe Zahl von Langzeitarbeitslosen machte auch die Grünen- Landtagsabgeordnete Silke Gajek aufmerksam. Rund 36 000 Menschen im Nordosten seien davon betroffen, 2300 mehr als im März 2013. „Hier wird deutlich, dass trotz der Frühjahrsbelebung immer noch eine große Gruppe von Menschen keinen Zugang zum Arbeitsmarkt findet. Aufgabe der Politik muss es sein, einer Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich, in Teilhabende und Ausgeschlossene entgegenzutreten“, betonte sie.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) wertete den deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit als „ein gutes Zeichen“ dafür, dass die Konjunktur anlaufe. Vor allem im Dienstleistungssektor, im Bau und in den Bereichen Soziales und Gesundheit würden mehr offene Stellen angeboten. „Im verarbeitenden Gewerbe muss allerdings noch mehr passieren. Wir werden auch künftig die notwendigen wirtschaftlichen Anreize hierfür geben“, versicherte Glawe unter Hinweis auf die millionenschweren Fördermöglichkeiten.

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erstellt am 01.Apr.2014 | 15:41 Uhr

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