Durchsuchung beim Firmengründer : Anton Schlecker in Verdacht

<fettakgl>Die Staatsanwaltschaft</fettakgl> ermittelt gegen Firmengründer Anton Schlecker. <foto>dpa</foto>
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Firmengründer Anton Schlecker. dpa

Untreue, Insolvenzverschleppung und Bankrott: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart fährt im Fall Schlecker große Geschütze auf. Sie untersucht, ob rund um den Insolvenzantrag alles mit rechten Dingen zuging.

svz.de von
18. Juli 2012, 07:39 Uhr

Stuttgart | Untreue, Insolvenzverschleppung und Bankrott: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart fährt im Fall Schlecker große Geschütze auf. Sie untersucht, ob rund um den Insolvenzantrag der Drogeriemarktkette Schlecker alles mit rechten Dingen zuging. Gegen Firmengründer Anton Schlecker und 13 weitere Beschuldigte wird seit gestern ermittelt. Wegen des Verdachts auf "Bankrott, Untreue und Insolvenzverschleppung" durchsuchten mehr als 160 Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft Wohnungen und Geschäftsräume in mehreren Bundesländern, wie Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart mitteilten - darunter auch die Privatvilla von Firmengründer Anton Schlecker.

Bei den Razzien stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicher, vor allem schriftliche Unterlagen und Datenträger, wie ein LKA-Sprecher sagte. Polizei und Staatsanwaltschaft waren mit drei Transportern vor der Zentrale der Drogeriekette vorgefahren. Durchsucht wurden nach Angaben der Ermittler neben der Schlecker-Villa und dem Firmensitz zwei weitere Firmenobjekte im Alb-Donau-Kreis und eines im Raum Osnabrück. Dort hat die Schlecker-Tochter IhrPlatz ihren Sitz.

Der Insolvenzverwalter der Drogeriekette, Arndt Geiwitz, war bereits vorab über die Ermittlungen informiert worden, wie ein Sprecher sagte. Er werde die Ermittlungen "nach allen Kräften unterstützen".

Hoffnung besteht unterdessen für Mitarbeiter von IhrPlatz: Deutschlands zweitgrößte Drogeriemarktkette Rossmann will 104 der insgesamt 490 Filialen aus dem Netz von IhrPlatz übernehmen. Das teilten IhrPlatz-Insolvenzverwalter Werner Schneider und Rossmann gestern in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Jobs aller Beschäftigten in den betreffenden Geschäften des insolventen Ex-Ablegers von Schlecker sollen erhalten bleiben, hieß es: "Im Rahmen dieser Vereinbarung werden circa 800 Arbeitsplätze langfristig gesichert."

Am Dienstagabend war bekannt geworden, dass das Unternehmen aus Burgwedel bei Hannover nach zwischenzeitlichem Zögern wieder konkretes Interesse an IhrPlatz-Geschäften zeigte. Das Bundeskartellamt meldete eine entsprechende Überprüfung.

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