zur Navigation springen

Serie rund ums Geld : Aktien – Risiko oder Chance?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Teil 7: Auch Börsenprofis haben keine Glaskugel. Passiv gemanagte Fonds können sich lohnen.

svz.de von
erstellt am 01.Sep.2014 | 11:50 Uhr

Aktien sind ein Bruchteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft und somit eine Unternehmensbeteiligung. Aktien gehören wie Immobilien zu den Sachwerten, die man anfassen kann. Sparanlagen, Anleihen oder auch klassische Versicherungen hingegen sind Geldwerte. Also bedrucktes Papier mit einem Werteversprechen der Notenbank bzw. der Regierung. Jedem Sparanleger steht ein Schuldner gegenüber. Geld kann durch Kreditvergabe unendlich vermehrt werden. Sachwerte jedoch nicht. Damit sind Sachwerte langfristig wertbeständiger als Geldwerte – kurzfristig jedoch meist nicht. Wenn man also Risiken von Anlagen miteinander vergleichen will, darf man dieses nicht außer Acht lassen.

Wie bestimmt sich der Wert einer Aktie?
Der Wert einer Aktie bestimmt sich aus vielen Faktoren. Neben harten Fakten (Sach- bzw. Buchwert, Gewinn der Firma) sind auch weiche Faktoren (Marke, Know-how, Marktpositionierung …) wichtig für eine Wertermittlung. Der größte Bestandteil ist jedoch die Fantasie. Bestimmt der Buchwert des Unternehmens den theoretischen Tiefstkurs einer Aktie, so kennen die Fantasie und der Höchstkurs keine Grenzen. Aktien kauft man dann, wenn man an bessere Unternehmensgewinne in der Zukunft glaubt. Die Vergangenheit ist kaum von Bedeutung. Im aktuellen Börsenkurs werden alle Prognosen und Marktmeinungen vereint und eingepreist. Steigen der Kurs, ist die Mehrheit der Börsianer positiv gestimmt und umgekehrt. An der Börse stoßen somit jeden Tag Optimisten und Pessimisten aufeinander. Nur funktioniert der Markt.

Damit erklärt sich auch, dass es immer wieder „Börsengurus“ gibt, die nicht regelmäßig mit ihren Vorhersagen Recht haben. Viele „Börsenprofis“ sind im Fernsehen nur deshalb so faszinierend, weil sie uns heute super erklären können, warum gestern etwas passiert ist. Die Glaskugel für morgen, haben jedoch auch sie nicht.

Aktien oder Fonds?
Einzelaktien sind nur etwas für vermögende Anleger oder Spekulanten. Da man ein Aktiendepot sowohl branchen- als auch weltweit streuen sollte, wäre hier der Kleinanleger schnell überfordert.

Aktienfonds sind hier die Alternative. Schon ab 50 Euro Anlagebetrag können in der Regel Anteile am Fondsvermögen gekauft werden. Über 3000 Aktienfonds gibt es in Deutschland. Dazu kommen Dach- und Mischfonds und ETF’s (passiv gemanagte Fonds). Hier eine Entscheidung zu treffen, ist nicht leicht. Im Internet findet man dafür Vergleichstools. Doch das hat seine Tücken. Da nur auf Vergangenheitswerte zugegriffen wird, ist die Fondsauswahl nicht immer zielführend, denn die Gewinner von Morgen lassen sich damit nicht finden.

Deshalb können hier ETF’s eine Alternative sein. Statistiken haben gezeigt, dass es in der Vergangenheit nur wenige Fondsmanager schafften, besser als der Markt zu sein.

Kosten sind fehlende Erträge
Ein DAX-ETF (passiv gemanagt) bildet zum Beispiel den DAX 1:1 ab. Er ist also nicht besser, aber auch nicht schlechter als der Markt. Er hat hingegen keinen Ausgabeaufschlag und kostet neben der bankabhängigen Handelsprovision nur 0,08 bis 0,30 Prozent Verwaltungsvergütung pro Jahr.

Viele aktiv gemanagte Deutschlandfonds orientieren sich auch am DAX. Der Anleger bezahlt hier jedoch 5 Prozent Ausgabeaufschlag (Provision) und jährlich bis zu 1,9 Prozent Verwaltungsvergütung, wovon bis zur Hälfte als Zusatzprovision an die Bank geht. Bei einem Anlagebetrag von 10 000 Euro können bei jährlich 5 Prozent Wertzuwachs unterstellt schnell Kostenunterschiede von durchschnittlich 2500 Euro zusammenkommen. Bei 0 Prozent Wertzuwachs sind es im Schnitt immer noch über 1500 Euro. Diese Kosten muss der aktiv gemanagte Fonds erst mal zusätzlich als Gewinn erzielen, bevor Sie als Anleger etwas verdienen. Viele Banken haben eigene ETF’s im Angebot, die sie jedoch Privatanlegern ungern anbieten, da sie daran zu wenig verdienen. Hartnäckig nachfragen lohnt sich.

Fazit
In jeden langfristigen Vermögensaufbau gehören Aktien bzw. Aktienfonds. Mit Kostenbewusstsein, der richtigen Planung und Strategie können dadurch langfristig durch Inflation oder Geldentwertung drohende Vermögensverluste ausgeglichen werden. Aufgrund der historisch niedrigen Zinsen gibt es zu Aktien(-fonds) langfristig derzeit keine echten Alternativen.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen