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Arbeitsmarkt : Wirtschaft in MV lässt sich Jobs teuer bezahlen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Steuerzahler in MV überweisen je neuer oder gesicherter Stelle bis zu 22.100 Euro.

svz.de von
erstellt am 03.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Saftige Rechnung für Steuerzahler: Investoren in Mecklenburg-Vorpommern lassen sich die Einrichtung neuer Arbeitsplätze und die Stellensicherung teuer bezahlen. Bis zu knapp 22.100 Euro Zuschüsse hat das Land in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt für einen neuen oder gesicherten Job überwiesen. Das geht aus einer jetzt vom Wirtschaftsministerium vorgelegten Analyse der Investitionsbeihilfen aus dem wichtigsten Regionalförderprogramm Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) für Maschinenbaubetriebe, das Beherbergungsgewerbe und für Hersteller von Nahrungs- und Futtermitteln auf eine entsprechende parlamentarische Anfrage hervor.

Gut angelegtes Geld, heißt es in der Wirtschaft: Es sei richtig, nachhaltige Investitionen und die Schaffung von Jobs mit Löhnen am oberen Gehaltsniveau mit einer Anschubfinanzierung zu unterstützen, erklärte Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwerin. Das bringe Kaufkraft und Steuereinnahmen ins Land, meinte der Kammerchef: „Wirtschaftsförderung rentiert sich.“ Allerdings dürften die Beihilfen „nicht blind mit der Gießkanne“ verteilt werden. Nach Jahren üppiger Wirtschaftsförderung hatte das Land in der Vergangenheit die Fördersätze vor allem zugunsten kleinerer Unternehmen gekürzt. Indes kann die Wirtschaft auch weiter mit Millionenzuschüssen rechnen: Das wichtigste Ziel der Wirtschaftsförderung sei auch in diesem Jahr die Sicherung und die Schaffung nachhaltiger Arbeitsplätze, hatte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) erklärt.

Die höchste Förderrate hatten indes Investoren im Beherbergungsgewerbe überwiesen bekommen: 55 Millionen Euro an Zuschüssen, die nicht zurückgezahlt werden müssen, zahlte MV der Branche seit 2011 aus dem GRW-Fördertopf – für jeden der 747 neuen und 1736 gesicherten Arbeitsplätze 22 100 Euro. Für Investitionen in der Maschinenbaubranche waren es für 527 neue und 3268 gesicherte Arbeitsplätze im Land im Schnitt nur 8745 Euro, bei Herstellern von Nahrungs- und Futtermitteln 12 283 Euro für jeden der 1194 neuen und 4743 gesicherten Jobs.

 

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