Theaterdebatte : Wirtschaft drängt auf sichere Strukturen

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Als Kulturdebatte war die Veranstaltung "Quo Vadis Kulturlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern?" in der Industrie- und Handeskammer Schwerin angekündigt - es wurden allerdings vor allem bekannte Argumente ausgetauscht.

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10. September 2012, 06:59 Uhr

Schwerin | Als Kulturdebatte war die Veranstaltung "Quo Vadis Kulturlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern?" in der Industrie- und Handeskammer (IHK) Schwerin angekündigt - es wurden allerdings angesichts der erwarteten, aber noch nicht veröffentlichten Strukturkonzepte des Kultusministeriums vor allem bekannte Argumente ausgetauscht. Die Wirtschaftsvertreter auf dem Podium appellierten an die Politik, zukunftssichere Strukturen zu schaffen. Auch, weil Kultur ein Standort- und Wirtschaftsfaktor sei. "Wenn wir hoch qualifizierte Fachkräfte anwerben wollen, stellt sich immer auch die Frage: Welche Kulturlandschaft kann ihnen der Standort bieten", betonte Dr. Karl Werner, Geschäftsführer der Hydraulik Nord. Die Unternehmen der Region, hatte IHK-Präsident Hans Thon in seiner Eröffnungsrede gesagt, stünden zur Unterstützung der Kulturlandschaft: "Kulturförderung ist selbstverständlicher Teil der Unternehmenskultur in MV - auch, weil es einfach notwendig ist."

Aber wie soll sie aussehen, die künftige Theater- und Orchesterstruktur in MV, in die das Land weiter pro Jahr nicht mehr als die heute schon knappen 35,8 Millionen Euro stecken will? Matthias Theodor Vogt, Professor an der Hochschule Zittau/Görlitz, stellte das von ihm mit erarbeitete und 1994 in Kraft getretene "Sächsische Kulturraumgesetz" vor, mit dem das Land in fünf Kulturräume und drei separate Kulturstädte aufgeteilt wurde, die als Zweckverbände organisiert sind und in denen die Kultureinrichtungen vom Land, der jeweiligen Gemeinde und dem Kulturraum finanziert werden.

Der Staatssekretär im Kultusministerium, Sebastian Schröder, kündigte erneut an, "im Herbst" die von der Beratungsfirma Metrum erarbeiteten Struktur-Vorschläge vorstellen zu wollen: "Wir reden über die Strukturen im Jahr 2020 - bezahlt mit dem Geld, das heute zur Verfügung steht." In jetzigen Strukturen weiterzumachen, hieße "nach der Rasenmähermethode zu sparen - und das wäre die schlechteste Variante". Erst nach einem Umbau der Theaterlandschaft könne man über eine Dynamisierung der Zuschüsse oder eine Beteiligung des Landes als Träger bei einigen Bühnen oder Orchestern nachdenken.

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