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Mecklenburg-Vorpommern

20. September 2017 | 14:52 Uhr

Wirtschaft drängt auf längere Ferienzeiten

vom

svz.de von
erstellt am 04.Jun.2013 | 07:37 Uhr

Schwerin | Längere Ferien für Deutschlands Urlauber: Mecklenburg-Vorpommern will gemeinsam mit Schleswig-Holstein den bislang auf durchschnittlich 81 Tage festgelegten Zeitkorridor für die Sommerferien wieder auf 90 Tage ausweiten. Einen entsprechenden Antrag wollen die beiden Länder auf der heute in Rostock beginnenden Wirtschaftsministerkonferenz einbringen. "Wir brauchen die Streckung auf 90 Tage, um den Familien Gelegenheit zu geben, vernünftig Urlaub zu machen", forderte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), der derzeit Chef der Wirtschaftsministerkonferenz ist. Im kommenden Jahr lägen zwischen dem ersten Ferientag in den ersten Ländern und dem letzten Ferientag in den letzten Ländern sogar nur 73 Tage, 2015 dann 78 Tage. Das erschwere die Suche nach Urlaubsunterkünften für Familien mit schulpflichtigen Kindern und schränke auch die Geschäfte der Anbieter ein, erklärte Glawe. Mit der zeitlichen Entzerrung der Sommerferien würde sich für die Tourismusbetriebe an Nord- und Ostsee die Hochsaison verlängern. Bis vor einigen Jahren sei der 90-Tage-Korridor in Deutschland üblich gewesen, so Glawe.

"Durch eine optimale Ausnutzung des Ferienzeitraums werden Verkehrsströme entzerrt, Ferienregionen gleichmäßiger ausgelastet und Übernachtungskosten für die Gäste eventuell geringer", hatte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) im Vorfeld des Ministergipfels erklärt. Zudem verwies er auf eine bessere Wertschöpfung. Bisher gehen den Urlaubsgegenden Gäste verloren, weil die Unterkünfte zur "Rushhour" nicht alle Interessenten beherbergen können. Wegen des engen Ferienkorridors warnt der Deutsche Reiseverband vor wirtschaftlichen Schäden. Schätzungen zufolge gehen der deutschen Tourismusbranche mit jedem wegfallenden Ferientag 116 Millionen Euro verloren.

Die Wirtschaftsminister erhöhen nun den Druck: Sie wollen bei der Kultusministerkonferenz auf einen längeren Zeitkorridor drängen. Sie strickt gerade an der Sommerferienregelung für den Zeitraum 2018 bis 2024. Bis zum 1. Juli müssen die Bundesländer bei der KMK ihre Terminvorschläge abgeben. Der Norden plädiert für ein rollierendes System, bei dem sich die Bundesländer mit frühen und späten Sommerferien stärker abwechseln als bisher. Baden-Württemberg und Bayern sind traditionell die Länder, die als letzte in die Sommerferien gehen. Bislang weigern sie sich, beim Rotationsprinzip mitzumachen.

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