Zukunftspreis 2014 : Wird die Lupine das neue Soja?

Zukunftsträchtig: Die Produktionshalle zur Herstellung von laktosefreiem Milchersatz aus Lupinen in Grimmen.
Zukunftsträchtig: Die Produktionshalle zur Herstellung von laktosefreiem Milchersatz aus Lupinen in Grimmen.

Forscher aus Grimmen und Bayern gewinnen Zukunftspreis für Lebensmittel aus dem Eiweißlieferanten

svz.de von
19. November 2014, 20:13 Uhr

Veganer und Vegetarier dürften sich freuen: Pflanzeneiweiß aus der heimischen Lupine könnte zur Alternative für Fleisch, Milch, aber auch für Soja werden. Für ihr Verfahren, bitteres Lupineneiweiß schmackhaft zu machen, haben Forscher aus Bayern und aus Grimmen gestern den Deutschen Zukunftspreis 2014 erhalten. Bundespräsident Joachim Gauck überreichte die mit 250 000 Euro dotierte Auszeichnung in Berlin. „Wir hatten nicht damit gerechnet, zu gewinnen, und sind jetzt superglücklich“, sagte Peter Eisner vom Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung in Freising nach der Preisverleihung. „Wir arbeiten an dem Verfahren seit 1989 und hatten vor sechs Jahren einen Punkt, an dem wir die Idee fast begraben hätten.“ Doch mit Instituts-Kollegin Stephanie Mittermaier und Katrin Petersen von der Prolupin GmbH in Grimmen blieb Eisner dran an dem Plan, vegetarische und vegane Lebensmittel auf Basis der Blauen Süßlupine zu entwickeln. Eine erste Wegmarke haben Eisner, Mittermaier und Petersen schon erreicht: Nach vergeblicher Geldgebersuche investierten sie schließlich selber in die Prolupin GmbH und brachten 2011 ihr Lupinen-Eis auf den Markt. Mit Erfolg: 300 000 bis 400 000 Becher werden jährlich verkauft.

Das Siegerteam setzte sich gegen zwei Mitbewerber durch, die besonders dünnen und biegsamen Stahl sowie ein kostengünstiges Schnellverfahren für Medikamententests entwickelt hatten. Der zum 18. Mal vergebene Preis für Technik und Innovation gehört zu den bedeutendsten Wissenschaftspreisen in Deutschland.

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