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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 13:26 Uhr

Warnemünde : Wirbel um Webcams im Ostseebad

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sie sind klein, zeigen Plätze oder den Strand in Echtzeit im Internet – und sie sind möglicherweise illegal. Wegen ihrer Webcams hat der Landesdatenschutzbeauftragte von MV Kontakt zu Hotels in Warnemünde aufgenommen.

von
erstellt am 04.Aug.2014 | 20:54 Uhr

Einige Touristen haben sich nach der Zulässigkeit von Webcams erkundigt. In den meisten Fällen gibt es harmlose Bilder vom Strand oder anderen Abschnitten Warnemündes zu sehen, nur in Ausnahmen sind Menschen erkennbar. „Es gab in der Regel keinen Verstoß gegen das Recht auf informelle Selbstbestimmung, sondern eher Unbedarftheiten im Umgang mit der Technik und daraufhin große Einsichtigkeit“, sagt Landesdatenschutzbeauftragter Reinhard Dankert unserer Zeitung.

„Ich habe persönlich mit dem Landesdatenschutzbeauftragten Wege verabredet, wie wir die Hoteliers und Gastronomen für das Pro-blem sensibilisieren können“, sagt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. „Wir haben vereinbart, Dankerts Informationen an unsere Mitglieder weiterzugeben und Workshops zum Thema anzubieten.“ Fest steht: „Wer eine Webcam betreibt, ist verantwortlich, dass alles regelkonform läuft“, so Zöllick.

„Wir als Hotel Neptun haben selbst zwei Webcams auf unserem Dach installiert. Sie sind ein absoluter Mehrwert, die Gäste schauen schon. Über sie können wir Standort-Vorteile vermitteln: Wie ist die Lage, wie ist das Wasser, wie stürmisch ist es?“, sagt Zöllick, der auch General-Manager vom Hotel Neptun ist. „Wenn man eine Kamera von außen heranzoomen kann, ist das technisch schön, aber wofür brauche ich das? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Unternehmer vorm Bildschirm sitzt und ranzoomt, wer da über die Promenade läuft.“

Viele Hoteliers kennen den Spaß, den sich Touristen mit Kameras machen. „Am Alten Strom befindet sich bei einem Rettungsring ein Punkt, wo die Gäste in die Kamera auf meinem Haus winken“, sagt Hotelier Reiner Schöpp.

Viele Urlauber denken wie Anneke Gerloff vom Orchestre Miniture in the Park aus Berlin: „Wenn die Webcams Abschnitte eines Ortes zeigen oder die Oma und ihr Enkel so miteinander kommunzieren können, finde ich es harmlos“, so die Musikerin. „Ich bin nur gegen das Aufzeichnen und wenn es anderweitig verwendet wird.“ „Aus touristischer Sicht transportieren die Webcams schöne Bilder unserer Urlaubsregion in die Welt“, sagt Tourismus-Direktor Matthias Fromm.

„Dabei bieten sie oft außergewöhnliche Blickwinkel, die eine besondere Sicht auf die Stadt und die Lage am Wasser ermöglichen“, sagt er „Die bewegten Bilder unterstützen die emotionale Ansprache von potenziellen Gästen und schaffen somir Buchungsanreize.

So tragen Webcams dazu bei, das Image von Rostock und Warnemünde als attraktive Urlaubsregion zu fördern“, ergänzt Fromm.

Das unterstreicht ein Brief: „Wir sind Landratten aus der Nähe von Frankfurt am Main und sind seit 20 Jahren jedes Jahr zwei Mal in Warnemünde. Um die restliche Zeit Bilder aus Warnemünde zu verfolgen, schauen wir gern diese Seiten an.“

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