Kitas : Wirbel um Pflicht zur Vollverpflegung

In der Kita Muschelkorb der Rostocker Stadtmission gehören Nudeln mit Hackfleischsoße zu den Lieblingsgerichten.
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In der Kita Muschelkorb der Rostocker Stadtmission gehören Nudeln mit Hackfleischsoße zu den Lieblingsgerichten.

Die ab 2015 geplante Pflicht zur Teilnahme an der Vollverpflegung in den Kitas in Mecklenburg-Vorpommern bleibt umstritten.

svz.de von
06. November 2014, 08:14 Uhr

Die ab 2015 geplante Pflicht zur Teilnahme an der Vollverpflegung in den Kitas in Mecklenburg-Vorpommern bleibt umstritten. Die familienpolitische Sprecherin der Linke-Fraktion im Landtag, Jacqueline Bernhardt, appellierte gestern an Sozialministerin Birgit Hesse (SPD), die Sorgen der Eltern ernst zu nehmen. Nach Worten eines Sprechers von Hesse wird die tägliche Verpflegung mit Frühstück, Mittag und Vesper für die Eltern ab 1. Januar verpflichtender Bestandteil des Betreuungsvertrages. Demnach muss das Essen auch bezahlt werden, wenn das Kind wegen Urlaubs oder Krankheit die Kita nicht besucht, es erst nach dem Frühstück gebracht oder schon vor dem Vesperbrot abgeholt wird.

Ralf Mucha von der SPD-Landtagsfraktion sagte gestern nach einer Sitzung des Sozialausschusses, es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass alle Kinder während der Betreuungszeit auch an den Mahlzeiten teilnehmen.

Nina Strugalla vom Elternrat der Kita „Haus der kleinen Waldgeister“ in Herrnburg (Nordwestmecklenburg) gehört zu den Kritikern der zwangsweisen Vollverpflegung. „Für viele Eltern ist es wichtig, ihrem Kind ein Frühstück mit in die Kita zu geben“, sagte sie. Dass es Neid zwischen den Kindern gebe, sei in der Herrnburger Kita nie vorgekommen. In einer Umfrage unter den Eltern hätten sich zu Wochenbeginn 90 Prozent gegen eine verpflichtende Teilnahme an der Vollverpflegung ausgesprochen. „Der Bedarf besteht nicht“, sagte Strugalla. Außerdem sei die Regelung unpädagogisch den Eltern gegenüber. „Wenn das Kind in die Schule kommt, muss von zu Hause auch ein gesundes Pausenbrot mitgegeben werden.“

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