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"Wir sind so schnell, wie noch niemand zuvor"

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erstellt am 14.Mär.2012 | 10:33 Uhr

Unmittelbar nach der Amtsübernahme im November hat Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) eine neue Theaterdebatte angeschoben und Entscheidungen angekündigt. Max-Stefan Koslik sprach mit ihm.

Herr Minister Brodkorb, die Häuser warten auf Entscheidungen. Warum dauern die so lange?

Brodkorb: Ich habe den Koalitionsauftrag, diesen Dialog zu führen und ich denke nicht, dass es lange dauert. Wir haben mit sehr hoher Geschwindigkeit mit allen Beteiligten eine erste Runde gedreht. Die Gespräche begannen wenige Tage nach der Amtsübernahme. Wir sind eher so schnell wie noch niemand zuvor. Aber wir wollen Entscheidungen vorbereiten, die möglichst bis 2030 halten. Und die strickt man nicht in zwei Tagen zusammen.

Was kommt nach den Treffen mit den Theatern?

Wir haben uns zunächst einen intensiven Einblick in die Theater- und Orchesterlandschaft verschafft. Aus diesen Runden wollen wir unsere Fragen präzisieren, auf deren Grundlage die Entscheidungen gefällt werden sollen. Die Träger der Theater haben jetzt standardisierte Fragen bekommen, so dass wir von allen Trägern Eigenaussagen über ihren Zustand und ihre Entwicklung erhalten. Auf der Grundlage einer transparenten und für alle einzusehenden objektiven Datenlage werden wir uns dann in Verbindung mit den Entscheidungen der Träger eine Gesamtmeinung bilden.

Ist das Kulturraumkonzept Ihres Vorgängers damit vom Tisch?

Nein, es war immer geplant, dass auf dieses Konzept ein zweiter Schritt folgen muss. Im ersten Schritt wurden die Einspartentheater in größere Häuser eingegliedert. Das ist erfolgt. Jetzt gehen wir den zweiten Schritt.

Das könnte länger dauern, als die Theater noch leben ...

Wenn man es sich genau ansieht, gibt es nur ein einziges Theater, das in massiver betriebswirtschaftlicher Bedrängnis ist. Das ist in Schwerin und hat nichts mit dem Theaterkonzept zu tun, das sicherlich nachbesserungswürdig ist. Es wäre in Schwerin vor Jahren schon möglich gewesen, der heutigen Situation entgegenzusteuern. Hier sind bewusst schmerzhafte Entscheidungen unterlassen worden. Hierfür trägt nicht das Land die Verantwortung.

Werden Sie Schwerin finanziell helfen?

Die Landesregierung hat immer gesagt, sie wird den Prozess so begleiten, dass es am Ende überhaupt noch etwas zu entscheiden gibt und nicht vorher schon alles zusammenkracht. Mit Blick auf Schwerin muss ich dabei aber ganz klar sagen: Der anstehende Beschluss der Stadtvertretung über die Konsolidierung des Theaters ist die Voraussetzung für Gespräche mit meinem Haus - und nicht umgekehrt.

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