Mitten im Leben : „Wir sagen immer: Das letzte Hemd hat keine Taschen“

Die vier Mahlzeiten täglich sind in den monatlichen Kosten inbegriffen.  Fotos: Ilja Baatz/Jacqueline Worch
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Die vier Mahlzeiten täglich sind in den monatlichen Kosten inbegriffen. Fotos: Ilja Baatz/Jacqueline Worch

Zusammen mit seiner Frau wohnt Günther Berg im Seniorenpflegeheim „Haus am Freistrom“ und fühlt sich dort trotz hoher monatlicher Kosten pudelwohl

svz.de von
15. Juni 2016, 12:00 Uhr

„Ich bin froh, dass ich noch so selbstständig bin. Ich mache noch alles alleine“, beginnt Günther Berg zu erzählen. „Aber trotzdem habe ich hier viel Unterstützung. Zum Beispiel von der Birgit. Sie war mal meine Schülerin“, sagt der 89-Jährige und deutet auf eine Pflegekraft, die gerade Kaffee und Kuchen verteilt. Seit vier Jahren wohnt der ehemalige Lehrer im Seniorenpflegeheim „Haus am Freistrom“ in Lübz. Zusammen mit seiner Frau Evelyn.

Seit 21 Jahren kümmern sich rund 100 Pflege- und Hauswirtschaftskräfte um die 120 Bewohner. Für seine herausragende Pflegeleistung wurde dem Heim bei der Qualitätsprüfung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) die Gesamtnote 1,4 verliehen. Der MDK prüft jährlich alle stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pfleegedienste in Deutschland hinsichtlich ihrer Qualität und eventueller Mängel. In Mecklenburg-Vorpommern sind das etwa 700 Einrichtungen.

120 Betreuungsplätze stehen dem „Haus am Freistrom“ zur Verfügung. Darunter sind zwölf Plätze auf der mit 1,0 bewerteten Wachkomastation und drei in der Kurzzeitpflege. Aktuell sind 119 dieser Plätze belegt. Einziehen darf nur, wer eine Pflegestufe besitzt. Die monatlichen Kosten variieren je nach Pflegestufe zwischen 2090,23 Euro und 3297,78 Euro. Etwas mehr als die Hälfte davon wird von der Pflegekasse übernommen. „Unser Sohn sagte damals, dass ist das teuerste, aber auch das beste Pflegeheim. Und wir sagen immer: Das letzte Hemd hat keine Taschen“, witzelt Günther Berg und lacht herzlich.

„Es ist sehr schön, dass es so eine Einrichtung hier gibt. Es wird sich um alles gekümmert. Ich brauche die Wäsche nur auf einen Haufen werfen und am nächsten Tag liegt alles gewaschen und gebügelt wieder bereit“, so der gebürtige Lübzer. Körperliche Unterstützung der Pflegekräfte benötigt Günther Berg noch nicht. „Ich brauche nicht gewaschen werden oder so. Aber ich weiß, wenn das einmal der Fall ist, bin ich hier gut aufgehoben und es wird sich gut um mich gekümmert.“

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