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Berliner Radio in MV : „Wir lieben Schlager“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mehr deutsche Musik im Radio: Sender aus Berlin darf in Mecklenburg-Vorpommern senden

von
erstellt am 28.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Es ist ein Sieg für alle Schunkel-Freunde, „Er gehört zu mir“-Mitgröler und Helene-Fischer-Bewunderer: Ab Spätsommer können die Schlagerfans im Land ihr Radio wieder lauter drehen. Dann läuft nämlich über die UKW-Welle der Berliner Sender „Radio B2“ mit seinem Programm: „Wir lieben Schlager.“

Die Medienkomission MV hat entschieden. Vermutlich monatelang haben sie Radio gehört, Liedauswahlen diskutiert und Programme gewälzt. Gestern schließlich stand fest: Die Medienvielfalt in Mecklenburg-Vorpommern wird größer. Fünf freie Kapazitäten vergab der Medienausschuss an B2. In Schwerin, Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald.

„Wir freuen uns sehr über die Entscheidung“, sagte Heiner Harke, Sprecher des Senders gestern am Telefon. „Wir geben dem Schlager in MV wieder eine Heimat.“ Der private, kommerzielle Sender darf sein Programm nun für die Dauer von zehn Jahren verbreiten und wird somit zu einem festen Bestandteil in der Radiolandschaft von MV. Er rechnet damit, bis zu einer Million Hörer zu erreichen. Bisher kann man Radio B2 bereits über Satellit, Kabelnetz und über das Internet hören. Ab Spätsommer wird der Sender, der ausschließlich deutsche Musik spielt, sein Verbreitungsangebot durch die UKW-Welle für MV ergänzen, so Harke.

Sehr zur Freude der Bürgerinitiative „Für mehr deutsche Musik im Radio“. Die hatte sich während der Entscheidungsphase für Radio B2 stark gemacht. Der Initiative zufolge sind viele Bürger im Nordosten empört, dass alle regionalen Sender im UKW-Bereich in Mecklenburg-Vorpommern überwiegend Musik in englischer Sprache senden. Vor allem am öffentlich-rechtlichen Landesprogramm NDR 1 Radio MV übt die Bürgerinitiative seit längerem Kritik, weil ihrer Ansicht nach zu wenig deutschsprachige Musik gespielt wird. „Seit der NDR den Schlager verbannt hat, ist in MV eine Lücke entstanden, die wir gerne schließen“ sagt Harke.

Warum B2-Radio bei fünf der sechs offenen Frequenzen den Zuspruch erhielt, wollte die Medienanstalt MV gestern nicht transparent machen. Sieben weitere Sender hatten sich beworben. Unter den acht Aspiranten waren etwa ein Stralsunder Internet-Lokalsender namens 180Grad FM, ein bundesweites Internet-Radio für Electronic Music („Sunshine Live“), aber auch die „Ostseewelle“ bewarb sich mit einem Rock-Programm und Antenne MV mit einem Oldie-Programm.

Anfang November vergangenen Jahres hatte der Medienausschuss beschlossen, sechs freie UKW-Übertragungskapazitäten für private, kommerzielle Hörfunkprogramme auszuschreiben. Vier davon waren freigeworden, nachdem sich das Klassik Radio aus Hamburg im Juli zurückgezogen hatte. Über die Zuweisung einer weiteren freien UKW-Übertragungskapazität ebenfalls in Stralsund hat der Medienausschuss Mecklenburg-Vorpommern noch nicht abschließend entschieden.



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