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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 02:15 Uhr

"Wir können den Export verdoppeln"

vom

svz.de von
erstellt am 09.Mär.2012 | 07:11 Uhr

Schwerin | Das neue Kuratorium Gesundheitswirtschaft hat gestern erstmals getagt. Zum Präsidenten wurde erneut der Rostocker Medizin-Professor Horst Klinkmann ernannt. Angela Hoffmann sprach mit ihm über Erreichtes und drängende Aufgaben.

Herr Professor Klinkmann, was hat das Kuratorium bislang erreicht?

Die Bilanz fällt außerordentlich erfreulich aus. Sie ist in erster Linie eine Bilanz der Gemeinsamkeit im Land, denn wie in kaum einem anderen Wirtschaftszweig gibt es zur Weiterentwicklung der Gesundheitswirtschaft unter allen Entscheidungsträgern eine eindeutige Übereinstimmung. Die Gesundheitswirtschaft hat einen Anteil von 14 Prozent an der Gesamtbruttowertschöpfung des Landes - doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Wir hatten im Krisenjahr einen Zuwachs von 3000 Arbeitsplätzen im Land. Wenn man Life Science als Teil der Gesundheitswirtschaft ansieht, dann können wir außerdem folgende Bilanz ziehen: aus den 7,5 Millionen Euro, die vom Land seit 2002 zur Verfügung gestellt wurden, haben wir 60 Millionen Euro erwirtschaftet. Mit dem Kuratorium haben wir ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland, das alle Interessengruppen bündelt - also im Grunde ein Gesundheitsparlament. Es ist aus meiner Sicht die Grundlage, dass die sehr ehrgeizigen Ziele des Masterplans 2020 umgesetzt werden können.

Was sind denn die Ziele?

Eine weitere Erhöhung der Bruttowertschöpfung. Ich gehe davon aus, dass wir 16 bis 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Land erreichen können. Und ich glaube, dass wir die Exportleistungen aus der Gesundheitswirtschaft verdoppeln können - damit meine ich nicht nur Produkte, sondern auch Knowhow. Wir haben fünf ständige Strategiegruppen im Kuratorium: Life Science, Gesundheitsdienstleistungen, Ernährung für die Gesundheit, gesundes Altern und Gesundheitstourismus. Das Kuratorium ist somit nicht nur ein Parlament, sondern ein echtes Arbeitsinstrument.

MV möchte Gesundheitsland Nummer Eins sein. Aber ist es das wirklich?

Der prozentuale Anteil an den Arbeitskräften und der Bruttowertschöpfung sowie die angebotenen Gesundheitswirtschaftsdienstleistungen stellen das Land mit Sicherheit in Deutschland an die Nummer Eins - ohne Frage. MV hat nicht umsonst von der EU die Aufgabe übertragen bekommen, die Ostseeregion zur Modellregion Gesundheit für Europa zu entwickeln. Was den Gesundheitszustand der eigenen Bevölkerung angeht, gibt es aber deutliche Verbesserungsmöglichkeiten. Das Land ist auf diesem Gebiet ein Experimentallabor, weil wir die größte demographische Veränderung haben. Die Leistungen des Gesundheitslandes sollten sich irgendwann auch im Gesundheitszustand der Bevölkerung wiederfinden.

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