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"Wir kämpfen um einen zweiten Platz im Bundestag"

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erstellt am 24.Feb.2013 | 06:41 Uhr

Rostock | Mit einer eindeutigen Mehrheit ist am Sonnabend der Rostocker Bundestagsabgeordnete Harald Terpe zum Spitzenkandidaten der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern für die Bundestagswahl gewählt worden. Auf der Landesdelegiertenkonferenz in Rostock erreichte er 54 von 76 Stimmen und setzte sich so gegen seinen Mitstreiter Kai Danter aus dem Kreisverband Vorpommern-Rügen durch. Terpe tritt damit zum dritten Mal als Spitzenkandidat an. "Wir müssen der schwarz-gelben Stümperei ein Ende setzen", sagt Terpe vor der Wahl. Er sei davon überzeugt, dass seine Partei gut auf eine Regierungsbeteiligung vorbereitet ist.

Mit Terpe geht die Vorsitzende des Landes-Flüchtlingsrates Ulkrike Seemann-Katz in den Kampf um einen Platz im Bundestag. Die Crivitzerin konnte sich mit 57 Ja-Stimmen behaupten. Rein formell belegen die beiden Politiker Platz 2 und 3 der Kandidatenliste. Der erste Platz, der laut Frauenstaut der Grünen weiblich besetzt sein muss, blieb unbesetzt. Da sich keine Frau zur Wahl stellte, beschloss die Deligiertenkonferenz ihn unbesetzt zu lassen. Die Frauenpolitische Sprecherin Sonja Imken sprach von einer misslichen Situation für die Partei, die sich die Frauenquote als Wahlkampfschwerpunkt gesetzt hat. Die folgenden Plätze auf der Liste belegen die Landesvorsitzende Claudia Müller aus dem Kreisverband Vorpommern-Rügen, die Rostockerin Simone Briese-Finke und Ralf-Peter Hässelbarth vom Kreisverband Mecklenburgische-Seenplatte.

"Ich habe lange über meine erneute Kandidatur nachgedacht", sagt Terpe vor der Wahl zu seiner Partei. Der 58-jährige Oberarzt aus Rostock sitzt seit 2005 für die Grünen MV im Deutschen Bundestag. "In den letzten Jahren haben wir uns vor allem gesundheitspolitisch gut auf den Wahlkampf vorbereiten können", so Terpe. Jetzt sei es an der Zeit, diese guten Konzepte durchzusetzen. Laut Terpe könnten die Grünen in MV mit zwölf Prozent ein Spitzenergebnis erzielen und damit mit zwei Kandidaten in den Bundestag einziehen. Bei der Bundestagswahl 2009 hatten die Grünen einen Stimmanteil von 5,5 Prozent erreicht, bei der Landtagswahl 2011 waren es 8,7 Prozent. "Wir kämpfen um den zweiten Platz im Bundestag", so Terpes Versprechen an seine Partei.

Noch vor der Wahl der Listenkandidaten trat Katrin Göring-Eckardt vor die Delegierten. Die Spitzenkandidatin der Bundes-Grünen für die Bundestagswahl am 22. September forderte ihre Partei auf, sich stärker denn je für einen politischen Wandel einzusetzen. "Es geht in Deutschland nicht gerecht zu. Und die schwarz-gelbe Bundesregierung tut nichts dagegen."

Die Energiewende und und die Familienpolitik müssten sozialer gestaltet werden. Es sei endlich notwendig, homosexuelle Paaren an in Hinblick auf Adoptionen heterosexuellen Paaren gleichzustellen. Hier müsse Verantwortung entscheidend sein, nicht das Geschlecht. Auch den Kampf gegen den Rechtsextremismus sprach Göring- Eckardt an. Das derzeit diskutierte NPD-Verbotsverfahren mache ihr besonders Sorgen: "Ich habe Angst, dass wir mit einem Verbot aufhören, uns rechtsextremistischen Gedankengut entgegenzustellen."

Schon jetzt gebe es laut Göring- Eckardt eine gesellschaftliche Mehrheit für die Vorhaben von Bündnis 90/ Die Grünen. "Keine Partei ist so gut mobilisiert wie wir. Es wird für uns ein harter, aber auch ein großartiger Wahlkampf", so Göring-Eckardt.

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