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Zeugnisse : Winterferien für 260.000 Schüler beginnen

vom

Für knapp 260 000 Schüler in Mecklenburg-Vorpommern beginnen die Winterferien. Zuvor gibt es noch Zeugnisse. Eltern sollten nicht mit Druck auf schlechte Zeugnisse reagieren, rät ein Psychologe. Und Nachhilfe sei auch nicht immer der richtige Weg.

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2014 | 07:46 Uhr

Zeugnisse vorzeigen, Mappe in die Ecke und dann ab in die Schulferien: Für knapp 260 000 Schüler an staatlichen und freien Schulen in Mecklenburg-Vorpommern beginnen heute die zweiwöchigen Winterferien. An den 492 staatlichen Schulen erhalten die Schüler zudem ihre Zeugnisse. Nicht alle werden zufrieden sein. Auf den Halbjahreszeugnissen steht auch, ob ein Kind versetzungsgefährdet ist.

Der Greifswalder Psychologe Professor Horst Krist rät den Eltern, verständnisvoll auf ein Kind zu reagieren, das mit einem schlechten Zeugnis nach Hause kommt. „Schimpfen und die Ausübung von Druck sind der falsche Weg, wenn ein Kind versetzungsgefährdet sein sollte“, sagte er.

Eltern sollten nach den Ursachen forschen: Gibt es psychosoziale Gründe? Hat mein Kind Probleme im sozialen Umfeld der Schule, mit Freunden und Lehrern? Gibt es Probleme in der Familie? 

Sollte das Kind intellektuell nicht so leistungsfähig sein, sollten Eltern nicht sofort zur Nachhilfe gehen, sagte Krist. Es gebe inzwischen sehr gute Möglichkeiten, Denkfähigkeit, Gedächtnis und die Aufmerksamkeit des Kindes zu trainieren. Hilfreich sei vor allem die Schaffung einer anregenden Umgebung im familiären Umfeld, das gemeinsame Lesen von Büchern, gemeinsame Museumsbesuche.

Generell steht Krist, Professor für Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie an der Universität Greifswald, dem Sitzenbleiben skeptisch gegenüber. Es gebe eine Riesendiskrepanz zwischen der Akzeptanz des Sitzenbleibens bei Lehrern sowie Eltern und den Forschungsergebnissen. Studien zufolge wirke sich das Sitzenbleiben eher negativ auf die Leistung des Kindes aus. Auch erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit des Schulabbruches. „Sitzenbleiben verträgt sich auch nicht mit dem Gedanken der Inklusion“, sagte er.

Schüler, die Angst haben, mit einem schlechten Zeugnis nach Hause zu gehen, können sich an einen Lehrer ihres Vertrauens wenden. eratungen und Hilfe bieten nach Angaben des Bildungsministeriums die Schulpsycholgen an den Sorgentelefonen.

Nach Angaben des Bildungsministeriums stehen für Schüler der Jahrgangsstufen zwei bis zehn die Bewertungen des Arbeits- und Sozialverhaltens in neuer Form auf den Zeugnissen. Fleiß, Zuverlässigkeit, Umgangsformen und Teamfähigkeit würden in sechs entsprechenden Bewertungsgraden angegeben, die von „sehr gut“ bis „ungenügend“ reichen.

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