Wintereinbruch sorgte für schleppenden Verkehr zum Wochenstart

Gut  15 Zentimeter Neuschnee  und böiger Wind machten gestern vor  allem Autofahrern   zu schaffen. Und heute   schneit  es  weiter…
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Gut 15 Zentimeter Neuschnee und böiger Wind machten gestern vor allem Autofahrern zu schaffen. Und heute schneit es weiter…

Der Wintereinbruch hat zum Start in die neue Woche den Schul- und Arbeitsweg in Mecklenburg-Vorpommern behindert. Unfälle verliefen aber glimpflich. Nach den Wetter-Vorhersagen lassen Schneefall und Wind im Laufe der Woche nach.

svz.de von
11. März 2013, 12:26 Uhr

Schwerin/Rostock | Nach dem heftigen Wintereinbruch hat sich am Montag die Wetterlage in Mecklenburg-Vorpommern entspannt. Zwar erschwerten Schnee und Eis auf den Straßen am Morgen landesweit den Menschen den Weg zur Arbeit oder in die Schule, doch hielten sich die Verkehrsbehinderungen in Grenzen, wie die Polizei bestätigte. So sei landesweit kein einziger Schulbus ausgefallen oder gar liegengeblieben. Bei mehreren Verkehrsunfällen sei es meist bei Blechschäden geblieben. Schneefälle und Wind sollen nach den Vorhersagen der Meteorologen in den kommenden Tagen nachlassen.

Auf der Insel Poel vor Wismar stießen ein Auto und ein Räumfahrzeug zusammen, verletzt wurde aber niemand. Auf Rügen und im Osten Vorpommerns, wo sich der Schnee noch am Sonntag teils zu meterhohen Wehen aufgetürmt hatte, verlief der Start in die neue Woche den Angaben zufolge ebenfalls relativ problemlos. Aufpassen mussten Autofahrer auch in der Landeshauptstadt, wo die Straßen kaum geräumt waren, wie eine Polizeisprechein bestätigte.

Beim Schneeschieben schwer verletzt wurde am Sonntag eine 36-jährige Frau in Viecheln im Landkreis Rostock, als sie auf der Landstraße von einem Auto angefahren wurde. Sie hatte Schnee vom Gehweg auf die andere Fahrbahnseite befördern wollen, erklärte ein Polizeisprecher. Einem 32-jährigen Autofahrer gelang es nicht mehr, rechtzeitig zu bremsen. Die Frau erlitt einen Beinbruch und Prellungen. Ihr hinzu geeilter Ehemann schlug in seiner Rage zunächst eine Autoscheibe des 32-Jährigen ein, zog ihn aus dem Wagen und trat auf ihn ein. Während seine Frau ins Krankenhaus gebracht wurde, entschuldigte er sich im Beisein der Polizei bei dem Autofahrer.

Unterdessen kündigte der Deutsche Wetterdienst Potsdam eine Entspannung der Wetterlage für den Nordosten an. Eine Unwetterwarnung von Sonntagabend wurde am Montagvormittag wieder aufgehoben. In den Küstengebieten der Landkreise Nordwestmecklenburg und Rostock schwäche sich der Wind ab und auch die Schneefälle ließen deutlich nach, hieß es. Dennoch könne es auch bei nur noch leichtem Schneefall hier und da noch zu Verwehungen kommen.

Unfälle durch Schnee und Eis am Wochenende

Zugeschneite Autos, glatte Straßen und Schneeverwehungen: In MV hat es am Wochenende rund 15 Zentimeter geschneit. Im Westen des Bundeslandes gab es am gesamten Wochenende rund 100 Unfälle aufgrund von glatten Fahrbahnen, teilte die Polizei in Rostock mit. Meist sei es aber bei Blechschäden geblieben "Die Autofahrer sollten ihre Geschwindigkeit anpassen", sagte ein Sprecher der Polizei in Schwerin. Auch in den kommenden Tagen werden überall winterliche Straßenverhältnisse erwartet.

Besonders angespannt war die Situation im Bereich Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald). Auf der Autobahn 20 krachte es sowohl in Fahrtrichtung Berlin, als auch in Richtung Greifswald. Bei rund 35 Verkehrsunfällen im Osten des Bundeslandes wurden am Sonntag mehrere Menschen leicht verletzt. Der Sachschaden belief sich insgesamt auf 100 000 Euro, sagte ein Sprecher der Polizei in Neubrandenburg. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor stürmischen Böen aus Nordost und anhaltendem Schnee in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Auf Rügen wehte der Wind mit einer Stärke von über hundert Kilometern pro Stunde, erklärte Wetterexperte Frank Böttcher vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation. Böttcher kündigte auch für die kommenden Tage weiteren Schneefall an, der aber zunehmend nachlassen soll: "Außerdem sinken die Temperaturen nochmals deutlich." In der Nacht zum Dienstag werden flächendeckend Temperaturen von bis zu minus neun Grad erwartet. In der Nacht zum Mittwoch drohe sogar strenger Frost von bis zu stellenweise minus 15 Grad.

Der letzte ähnlich starke Schneefall liegt bereits drei Jahre zurück: Ende Dezember 2010 habe laut Institut für Wetter- und Klimakommunikation zuletzt so viel Schnee gelegen. Grund für das aktuelle Wetterphänomen sei ein Zusammentreffen von kalten Luftmassen aus Nordosteuropa und milder Luft aus Südwesten. Ein Umschwung zu Frühlingswetter ist laut Böttcher noch nicht abzusehen.

Milchlaster rutscht in den Graben

Ein Milchlaster verunglückte am Sonnabend im dichten Schneetreiben kurz vor Groß Warnow auf der B 5. Der aus Grabow in Richtung Prignitz fahrende Lkw rutschte in den Graben. Nach Aussage des Fahrers sei er auf einen zusammengefahrenen Schneehaufen in der Mitte der Fahrbahn geraten. Dadurch sei der Anhänger ausgebrochen. „Ich drehte mich und landete im Graben in der entgegengesetzten Fahrtrichtung“, schilderte der Fahrer.


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