Wetter extrem : Winter: Wir lieben und wir hassen ihn

Sibirische Kaltluft hat Nordostdeutschland in den Winter getaucht. Vielerorts sanken die Temperaturen auf eisige -10 Grad. In den nächsten Tagen soll es ordentlich schneien. Das heißt: endlich Schlitten fahren und eisbaden, aber auch eiskratzen, Unfälle und kalte Füße. Die schönen und schlechten Seiten des Winters.

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05. Januar 2016, 12:00 Uhr

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Eisbaden immer beliebter

Egal ob die Rostocker Seehunde, die Sternberger Eisbader oder die Cumlosener Brackratten in der Prignitz – sie alle tun es: Sobald der Winter einbricht, springen sie ins äußerst kühle Nass. Die  Eisbader können sich dabei über immer mehr Zulauf freuen. Erst Neujahr knackten sie mit einem beherzten Sprung in die vier Grad kalte Ostsee Rekorde: In Boltenhagen stürzten sich  379 Teilnehmer in die Fluten und in Kühlungsborn begrüßten rund 400 Mutige das neue Jahr mit einem Bad. Jeweils so viele, wie noch nie zuvor.

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Schlitten raus: Die besten Rodel-Pisten

Kalt genug ist es bereits. Jetzt fehlt nur noch eine ordentliche Portion Schnee, dann heißt es endlich wieder: Schlitten raus und los.  Wir haben auf Facebook gefragt: Wo gibt es die besten Rodel-Pisten?

Kay Zumme   empfiehlt die Lankower Berge in Schwerin: „Gerade wenn man abends das Licht angemacht hat und die Piste frei ist.“ Caro Lin hingegen wird man an weißen Tagen wohl auf dem Hexenberg im Lübtheener Forst treffen. „Die  Heidberge in Teterow sind super zum Rodeln“, schreibt Selina Bohnau. Karin McHenry erinnert sich: „Als Kinder in den 1950er-Jahren sind wir  im Schweriner Schlossgarten die Kaskaden runter.“ Wer keine Berge vor der Haustür hat, dem rät Uwe Golleck: „Snow Fun Park in Wittenburg“. Mehr Tipps unserer Leser finden Sie auf Facebook:

Winterfans aufgepasst: In den nächsten Tagen soll es ordentlich schneien. Wir suchen nach den besten Rodel-Pisten in MV. Welche sind eure Favoriten?

Posted by svz.de - Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern on  Montag, 4. Januar 2016

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Erster Kältetoter 2016 in Mecklenburg-Vorpommern

Der plötzliche Wintereinbruch zum Jahreswechsel hat in Mecklenburg-Vorpommern den ersten Kältetoten im Jahr 2016 gefordert. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Neubrandenburg am Montag sagte, ist der 61 Jahre alte Mann, der am Samstag in Erlenkamp bei Röbel (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) im Freien liegend tot aufgefunden worden war, an Unterkühlung gestorben. Das habe die Obduktion des Leichnams ergeben.  Zum Zeitpunkt des tragischen Unglücks herrschten an der Seenplatte Temperaturen um den Gefrierpunkt.

In Polen erfroren ebenfalls am Wochenende 21 Menschen bei -15 Grad Celsius.  Seit der Silvesternacht starben insgesamt 26 Menschen an den Folgen der eisigen Kälte, wie die Polizei gestern mitteilte. Sie rief dazu auf, nicht gleichgültig zu reagieren, wenn obdachlose oder alkoholisierte Menschen in Hauseingängen, Gartenanlagen oder Bushaltestellen einschliefen und zu erfrieren drohten.

Kältefrei in Anklam

Eisiger Frost bis  -12 Grad hat Schülern in Anklam (Kreis Vorpommern-Greifswald) gestern einen „kältefreien Tag“ beschert. Weil die Heizungsanlage ausgefallen war, konnte der Unterricht für die rund 160 Schüler einer Förderschule nicht stattfinden, berichtet der Neubrandenburger „Nordkurier“ in seiner Internetausgabe.

In der Schule waren demnach nur 8 Grad Celsius. Allein 20 Mädchen und Jungen, die die Information nicht rechtzeitig erreicht hatte, seien in einem warmen Raum der Schule betreut worden. Heute soll die Heizung aber wieder intakt sein und der Unterricht stattfinden.

 

Verrückter Trend: Halb nackt im Schnee

Ein kurioser Trend verbreitet sich mal wieder im Internet: „Nackt im Schnee“ heißt er. Damit ist eigentlich auch schon alles erklärt. Lauter  Nackedeis lichten sich im Schneegestöber ab und stellen die Bilder  ins Netz. Der Trend kommt aus Großbritannien. Die Facebook-Gruppe  „Wiltshire, lets get naked in the snow“, was so viel heißt wie: Wiltshire, lasst uns im Schnee nackig machen“ hat bereits über 8000 Fans. Die Gründer  wollen die Aufmerksamkeit  nutzen, um Spendengelder für ein Krankenhaus zu sammeln.

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Die Gefahr auf der Straße

Der Wintereinbruch hat in den letzten Tagen vielerorts zu Unfällen geführt. Eine von einem Lastwagen gerutschte  Eisplatte hat gestern in Wismar die Frontscheibe eines entgegenkommenden Autos getroffen und stark beschädigt. Die 51-jährige Pkw-Fahrerin erlitt leichte Gesichtsverletzungen.  Die Polizei wies darauf hin, dass Fahrzeuge vor Fahrtantritt von Schnee und Eis geräumt werden müssen.

Ebenfalls gestern verunglückte ein deutscher Reisebus in Tschechien. Der Bus stieß auf der schneebedeckten Autobahn E50 kurz vor  Waidhaus mit einem LKW zusammen. Zwei Personen wurden  an den Gliedmaßen verletzt und in ein Krankenhaus in der Oberpfalz gebracht. Sie befänden sich aber nicht in Lebensgefahr. 30 weitere Insassen wurden leicht verletzt.

Schnee und Glätte haben gestern auch auf der Autobahn 8 für stundenlange Verzögerungen gesorgt. Zwischen Ulm und Mecklingen blockierten gestern 20 Lastwagen beide Fahrspuren Richtung Stuttgart.

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Wegen Blitzeis 22 Stunden Verspätung

22 Stunden lang haben Hunderte Bahnreisende auf ihre Weiterfahrt im Intercity von der Nordseeküste nach Köln gewartet – vereiste Oberleitungen hatten ihre Fahrpläne durchkreuzt. Die  Nacht verbrachten die Fahrgäste im Zug oder in der Halle einer Fährgesellschaft in Norddeich. Helfer der Bahn und des Roten Kreuzes versorgten sie mit Getränken und Mahlzeiten. Statt  um 11.36 Uhr am Sonntag verließ der Zug Norddeich erst gegen 9.30 Uhr am Montag.    Über Nacht war der Zug zunächst in Norddeich auf offener Strecke blockiert, wegen einer defekten Weiche blieb er am Montagmorgen ein weiteres Mal stehen. Techniker versuchten, die Panne zu beheben.

Flüchtlinge in Zelten ohne Heizung

Wegen der frostigen Temperaturen und des starken Schneefalls haben die Behörden in Bremen rund 300 Flüchtlinge vorübergehend aus Zelten in ein Schulgebäude verlegt. Die Trinkwasserleitung sei eingefroren und damit auch die Sanitärwasserversorgung ausgefallen, begründete  gestern der Sprecher der Bremer Sozialsenatorin, Bernd Schneider, die Maßnahme.

Auch habe es Probleme mit der Heizung gegeben, sagte er. Deshalb konnte der Schnee auf der Deckenzeltplane nicht schmelzen.

Die Flüchtlinge wurden in einer Gesamtschule untergebracht. „Der Schulbetrieb ist nicht beeinträchtigt, da bis Mittwoch ja noch Ferien sind“, betonte Schneider. Derzeit prüften die Zeltbauer die Situation am Standort Überseetor. Diese Prüfung werde nun abgewartet. Betroffen sind Zelte, die zwar wetter-, aber nicht winterfest sind. Unweit des Standortes, am „Kaffeequartier“, entstehen derzeit zehn winterfeste Zelte für Hunderte Flüchtlinge. Diese Zelte sind bereits zum Teil belegt und waren von der Evakuierung nicht betroffen.

Wegen Kälte: 85 Streifenwagen bleiben liegen

Die klirrende Winterkälte hat ein Viertel der Streifenwagen der Berliner Polizei zeitweise lahmgelegt. 85 Autos konnten gestern nicht losfahren oder hatten Startschwierigkeiten, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Ursache der Probleme stand bis zum Abend nicht fest.

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Eiskratzen – So geht es  schneller

So geht’s: Gute Eiskratzer bestehen aus stabilem Kunststoff. Sie haben eine Sägezahnkante, um eine dicke Eisschicht aufzurauen, eine glatte Eisschiebekante und zum Teil eine Gummilippe, um einen Wasserfilm vom Glas zu schieben. Man sollte immer in einem flachen Winkel mit sanftem Druck immer vom Rand zur Mitte und das von oben nach unten kratzen. Achten Sie auf saubere Scheiben. Denn darauf haftet Eis nicht so schnell.

So nicht: Wer die Autoscheiben  abdeckt, kann sich das Kratzen sparen – Pappen sind  dafür allerdings nicht geeignet, da sie festfrieren können. Kein heißes Wasser als Auftaumittel verwenden, um Spannungsrisse zu vermeiden. Schmutzige Scheiben vermeiden. Sonst kann beim Kratzen das Glas Schaden nehmen. 

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