"Happy Toys" Roggentin ist einer der größten Merchandising-Händler : Winnie Puuh geht auf Reisen

Bietet rund 6000 Merchandising-Produkte an: Geschaeftsfuehrerin Jana Blaschka.  dapd
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Bietet rund 6000 Merchandising-Produkte an: Geschaeftsfuehrerin Jana Blaschka. dapd

Die große Lagerhalle von "Happy Toys" in Roggentin bei Rostock ist ein Traum - nicht nur für Kinder. Meterhoch stapeln sich Kisten mit handlichen Barbies und riesigen "Hello Kitty"-Plüschkatzen oder "Darth Vader"-Masken.

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21. Dezember 2010, 06:24 Uhr

Rostock | Die große Lagerhalle von "Happy Toys" in Roggentin bei Rostock ist ein Traum - nicht nur für Kinder. Meterhoch stapeln sich Kisten mit handlichen Barbies und riesigen "Hello Kitty"-Plüschkatzen, "Darth Vader"-Masken, Simpsons-Tassen mit markigen Sprüchen oder Bettwäsche mit Hannah Montana. Gerhard Glockzin balanciert mit einem großen Pappkarton zwischen den Regalen und füllt ihn mit den bestellten Artikeln. "Jetzt ist Hochsaison, 3000 Pakete und mehr packen wir täglich vor Weihnachten und schicken sie raus", sagt der Mitarbeiter des Versandhandels.

Von einer Zurückhaltung der Kunden in diesem Jahr ist bei "Happy Toys" nichts zu spüren. "Wir werden wohl an die fünf Millionen Euro Umsatz in diesem Jahr machen", sagt Unternehmensgründerin Jana Blaschka. "Die Hälfte des Umsatzes bringen die letzten Wochen vor Weihnachten." 6000 Merchandising-Produkte hat sie im Angebot, damit ist sie Marktführer im deutschsprachigen Raum. "Es gibt eigentlich kein Thema, zu dem wir nichts haben", sagt die junge Frau. "Manche Sachen werden schon seit Jahren beständig nachgefragt, manches ist schnelllebiger."

Echte Klassiker sind die Simpsons und Sponge Bob, für kleine Kinder behalten Figuren wie Winnie Puuh oder Bob der Baumeister ihren Zauber. Um diese Themen liefern Lizenznehmer nahezu alles an Blaschka, was möglich ist: Figuren, Schlüsselanhänger, Schulranzen, Wecker, Geschirr, aber auch Duschbad oder Backformen. Dieses Sortiment gibt es auch für andere Kultfiguren, die eher erwachsenes Publikum ansprechen. "Herr der Ringe" oder auch "Twilight", da sei die Zielgruppe schon relativ alt, sagt Blaschka. "Manchmal muss ich mich von meinen Mitarbeitern überreden lassen, ein Sortiment mit ins Programm zu nehmen", gesteht Blaschka. Bei Artikeln rund um die Fernsehserie "Das Haus Anubis" zum Beispiel sei sie nicht vom Erfolg überzeugt gewesen. "Da lag ich falsch, das lief wie verrückt."

Man müsse schon ein bisschen spielzeugverliebt sein, um diesen Versandhandel zu betreiben, sagt auch Katja Buse. Die 31-Jährige sitzt im kleinen Call-Center und hatte schon die verrücktesten Anfragen. "Manchmal rufen auch Großmütter an und lassen sich beraten, weil sie so ganz genau nicht wissen, was ihren Enkeln gefallen könnte. Da ist es gut, dass wir hier fast alle auch Kinder haben", sagt Buse. Auch Sammler versuchen hin und wieder ihr Glück bei den Mecklenburgern. "Letztens kam ein Brief aus Amerika mit einem Scheck und einer uralten Anzeige von Sailormoon-Figuren", erzählt Blaschka. "Leider sind die wirklich schon seit Jahren raus." Einem anderen Kunden aus Übersee konnten die Roggentiner dagegen helfen. Ausgerechnet aus Springfield meldete sich ein Anrufer, der für über 1000 Euro alles von den Simpsons wollte.

In Richtung Ausland möchte Blaschka ihren Versand, den sie vor mittlerweile 14 Jahren gegründet hat, gern erweitern. "30 Prozent Umsatz außerhalb Deutschlands, das ist mein Ziel", sagt die Unternehmerin. "Dabei will ich aber nicht grenzenlos wachsen, Umsatz ist nicht alles. Lieber optimieren wir unseren Verkauf und steigern den Gewinn. Dass das wichtiger ist, hat mir persönlich die Finanzkrise gezeigt, als wir von heute auf morgen die Bank verloren haben." Jetzt habe sie eine neue Hausbank, sei aber vorsichtiger geworden.

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