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Mecklenburg-Vorpommern

12. Dezember 2017 | 15:14 Uhr

Linstow : Windpark statt Ferienpark!?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Van-der-Valk-Gruppe protestiert gegen zwei Eignungsgebiete / Planungsverband berät am 5. Mai

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Urlauber schauen auf Windräder und werden permanent durch die Geräusche der Rotorblätter belästigt. Im Laufe der Zeit schwinden die Gästezahlen, weil der Windpark ein sehr großer Wettbewerbsnachteil ist. Am Ende dieses Szenarios steht die Insolvenz, mit dem Verlust von rund 600 Arbeitsplätzen. Vorbei wäre es mit der Erfolgsgeschichte eines der größten Ferienanlagen im Binnenland von Mecklenburg-Vorpommern: dem Van-der-Valk-Feriendorf Linstow.


Schildbürgerstreich der Politiker


„Wir können nicht verstehen, dass Politiker, die dieses Resort einmal befördert haben, jetzt mit einem Windpark dafür sorgen, dass das Feriendorf wieder kaputt gemacht wird. Das ist ein Schildbürgerstreich“, sagt Geschäftsführer Vincent van der Valk. Und immer wieder stellt er die Frage nach dem Warum und der Intention, ein touristisches Aushängeschild des Landes so in die Bredouille zu bringen. Zumal das Feriendorf genau aus dem Grund 2008 aus der Planung genommen wurde

Dem Protest, dass der Windpark bei Linstow und Groß Bäbelin zu den 16 neuen Eignungsgebieten im fortgeschriebenen Raumentwicklungsprogramm für die Region Rostock gehören soll, hat sich die Interessengemeinschaft „Gegen Windkraft in unserer Region“ angeschlossen. Unterstützung erhält der Ferienpark von der Gemeinde Dobbin-Linstow, vom Amt Krakow am See sowie vom Gaststätten- und Hotelverband. Die enorme touristische Bedeutung der Ferienanlage würde stark eingeschränkt, heißt es in der Dehoga-Stellungnahme. Der Landesjagdverband verweist auf den Kranich-Rastplatz. Negativen Einfluss durch die 20 „Windmühlen“ erwarten ebenfalls mehrere Touristikanbieter. Unter den Mitgliedern des Planungsverbandes gibt es ebenfalls Kritiker. Teterows Bürgermeister Reinhard Dettmann: „Ich hätte mir gewünscht, dass Linstow von vornherein nicht ausgewählt worden wäre, weil es ein besonderer Tourismusschwerpunkt ist.“ Dettmann vertraut jetzt darauf, dass in der zweiten Runde alle Hinweise dazu führen, dass Linstow gestrichen wird.


Verband räumt „starke Konfliktlage“ ein


Der regionale Planungsverband räumt „eine starke Konfliktlage“ im Fall Linstow ein. Katja Klein, Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle, betont sogar, dass es „überhaupt keine konfliktfreien Flächen“ gebe. Trotzdem seien Linstow und Groß Bäbelin nicht für die Streichliste vorgesehen, so Klein. Als ein Grund wird aufgeführt, dass die Eignungsgebiete „am Rand eines im Regionalplan festgelegten Tourismusschwerpunktes“ liegen. Dass sich der Windpark gut in die Landschaft einfügen werde, wird mit der A19, dem Kiesabbau bei Bäbelin sowie dem Industriegebiet Hohen Wangelin begründet.

Der Protest zum Erhalt der Ferienanlage, die einen Jahresumsatz von 20 Millionen Euro und 450 000 Übernachtungen hat, kommt nicht von ungefähr. Am 5. Mai tagt der Planungsverband und beendet das erste Beteiligungsverfahren. Von 16 Vorschlägen sollen fünf gestrichen werden. Gründe sind Flugsicherheitsbelange, Artenschutz sowie die zu große Nähe zu einem Ort.

Vincent van der Valk versteht die Welt nicht, dass das Feriendorf nicht dazu gehört. Es beruhigt ihn auch nicht, dass Katja Klein auf das beginnende zweite Verfahren hinweist und sagt, dass „noch vieles offen und möglich sei“, auch für Linstow. Ein kleiner Erfolg dürfte allerdings sein, wie unsere Zeitung erfahren hat, dass die Auslegungsfrist für den zweiten Entwurf über den Juli und August bis zum 31. Oktober verlängert werden soll.

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