WindEnergie : Windpark-Bau mit Fingerspitzengefühl

Offshore-Windkraftanlage  EnBW Baltic 2 auf der Ostsee bei Sassnitz
Offshore-Windkraftanlage EnBW Baltic 2 auf der Ostsee bei Sassnitz

Branche sieht sich mit Widerständen konfrontiert – sie muss viel mehr als früher um ihre Akzeptanz kämpfen

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07. August 2015, 21:00 Uhr

Der Bundesverband WindEnergie hat sich für eine stärkere dezentrale Ausrichtung bei der Errichtung von Windkraftanlagen ausgesprochen. Ziel sei es, einzelne Regionen mit den Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen nicht zu überfrachten, sagte Verbandspräsident Hermann Albers gestern bei der Fachtagung „Rostock Wind 2015“. Es sei auch die Aufgabe der Politik, besser die Notwendigkeit der Energiewende zu erklären. Dies müsse schon in den Parteien und Fraktionen geschehen.

Auch müsse die Bevölkerung bei der Energiewende mitgenommen werden, sagte Albers mit Blick auf zunehmende Akzeptanzprobleme von Windkraftanlagen. Die Ausweisung von Flächen müsse behutsam entwickelt werden. So müsse sich die Landesplanung viel Zeit nehmen, um Flächen zu sichten, zu qualifizieren und auszuweisen.

Albers betonte, dass die Anforderungen an den Natur- und Umweltschutz und die dazugehörigen Kosten enorm gestiegen seien. „Es gibt heute keinen Windpark mehr, bei dem alle beantragten Anlagen genehmigt werden.“ Auch seien Abschaltzeiten beim Vogel- oder Fledermauszug zu berücksichtigen.

Im Frühjahr war die Größe der geplanten Windparkflächen in der Ostsee nach Kritik unter anderem der Tourismuswirtschaft auf ein Drittel (197 Quadratkilometer) reduziert worden. Küstennahe Windparks haben nach Worten von Verbandspräsident Albers immer in der Kritik gestanden. „Wenn uns das Entgegenkommen hilft, am Ende auch in der Ostsee ausreichend Standorte zu sichern, dann werden wir schweren Herzens damit leben.“

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