Windmüller starten größtes Investitionsprogramm

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15. Mai 2013, 07:29 Uhr

Schwerin | Zuwachs im Windpark: Die Windkraftbranche plant in MV 2013 das bisher größte Investitionsprogramm. Für etwa 900 Millionen Euro wollen die Windmüller Anlagen mit einer Leistung von bis zu 600 Megawatt in die Landschaft stellen - etwa ein Drittel der in den vergangenen 20 Jahren in MV installierten Leistung. "Kein anderer Industriezweig investiert über Jahre hinweg so kontinuierlich in unser Land wie die Windenergie", erklärte Andreas Jesse, Landeschef des Bundesverbandes Windenergie gestern in Schwerin. Trotzdem liegt MV mit seinen 1507 Windkraftanlagen und einer installierten Leistung von 1950 Megawatt nur auf Platz sechs im Ranking der Bundesländer - nach Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und NRW. MV stehe nach der Ausweisung neuer Eignungsgebiete vor einem Investitionsschub. Der "Planungsknoten" sei geplatzt, so dass lange projektierte Windparks an Land endlich errichtet werden könnten, so Jesse. Gebaut werde 2013 im mittleren Mecklenburg, in der Region Rostock und Nordwestmecklenburg.

Energieminister Volker Schlotmann (SPD) hatte 2012 angekündigt, die Flächen für den Bau von Windkraftanlagen zu verdoppeln, von 0,75 auf 1,5 Prozent der Landesfläche. Zudem waren die Kriterien in den Windeignungsgebieten vereinfacht worden. In in den kommenden Jahren sei mit einem ähnlichen Ausbauvolumen zu rechnen, erklärte Jesse. Die Windkraft an Land biete in den nächsten Jahren das größte Ausbaupotenzial, meinte der Verbandschef. Bereits 2012 hatte die Branche eine halbe Milliarde Euro in den Aus- und Neubau von Windparks vor allem in Vorpommern und im Raum Wismar investiert - "eines der bisher besten Ausbaujahre", meinte Jesse. 124 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von 307 Megawatt seien errichtet worden. Allerdings habe die Debatte um eine Strompreisbremse und die Kosten der Energiewende das Investitionsinteresse zunächst ausgebremst, erklärte Jesse: "Das schadet der Konjunktur. Das schadet der Energiewende." Investoren seien verunsichert worden. Dabei sei die Windkraft an Land die billigste erneuerbare Energie derzeit.

Der Bauboom beschert dem Rostocker Windturbinenhersteller Nordex inzwischen gute Geschäfte: Dank reger Nachfrage aus Europa legte der Umsatz im ersten Quartal um knapp ein Drittel auf 259 Millionen Euro zu, teilte Nordex gestern mit.

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